Digitale Abonnements
March 27, 2012

Seit ein paar Wochen bin ich jetzt Besitzer eines Tablet Computers. Im Grund genommen ist das ja die große Ausgabe meines iPhone: Es kann alles genau so gut, nur eben ohne telefonieren und ohne mobilen Internetzugang. Braucht es aber auch nicht, mittlerweile habe ich an allen relevanten Orten WLAN Zugang oder kann per mobile Hotspot auf meinem iPhone ins Internet gehen.
Was für mich persönlich die wirkliche Killerapplikation auf dem iPad ist: Bücher und Zeitungen. Im Urlaub ersetzt das iPad für mich den Bücherstapel, ich muss nur noch ein Gerät mitnehmen, das beim Gepäck nicht ins Gewicht fällt. (Ansonsten bin ich durchaus ein Fan des Guttenbergschen Druckverfahrens und stelle mir Bücher gerne ins Regal.)
Genial ist für mich aber auch der Zeitungsersatz. Ich lese gerne Sonntagszeitungen, ärgere mich aber jedesmal wieder über das extrem große Format, welches dieses Medium mehr als unhandlich macht. Es gibt zwar immer wieder kleinere Varianten, aber z.B. bei der "Welt am Sonntag" wird damit auch der Inhalt verhindert – laut Zeitung mehr Lifestyle und weniger Hintergrundinformationen (und wer mit jetzt mit Springer Bashing kommt: ist mir egal). Das digitale Format hingegen hat eigentlich nur einen Nachteil: man braucht ein Gerät, dass draußen gut lesbar ist. Das klappt bei dem iPad aus meiner Sicht noch, auch wenn da bestimmt bessere Geräte gibt. Mit dem digitalen Gerät kann mir aber eben kein Wind mehr die Seiten verblättern, ich kann multimediale Inhalte direkt nutzen ohne das Medium selbst wechseln zu müssen und ich lese die Zeitung in einem deutlich praktischerem Format.
Der digitale Distributionswegs bietet für die Verlage auch die Möglichkeit Kosten zu sparen und diese Einsparungen an den Kunden weiterzugeben. So ist die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ca. 50 Cent günstiger wenn ich sie Online lese.
Womit ich allerdings doch nochmal zum Springer Verlag kommen muss. Dort hat man scheinbar noch nicht verstanden wie so etwas funktioniert. Die multimedialen Funktionen der "Autobild" wirken zum Teil so, als hätte sie sich eine Horde Fünftklässler ausgedacht ("Fahren Sie den Ford Mondeo auf seiner Hebebühne rauf und runter!") und die Online Ausgabe kostet genau 1 Cent weniger als das Print Medium.
Was ich aber ziemlich dämlich finde, ist dass die Zeitung (im Schnitt 4 Ausgaben pro Monat) im Online Abo 6,99€ kosten soll. Wenn ich die 1,60€ der Printausgabe rechne, dann komme ich bei 4 Ausgaben auf 6,40€, selbst das 3 Monats Abo ist im Print immer noch billiger.
Ich frage mich ernsthaft welche Marketingstrategen sich so einen Quatsch ausgedacht haben. Und welcher Manager beim Abnicken da gepennt hat. Zu diesen Konditionen werden Auto Bild und ich Online keinen Freunde. Offline allerdings auch nicht mehr.



