• Reisebericht USA Westen 2012

    July 25, 2012

    Endlich habe ich es geschafft die Bilder vom Urlaub fertig zu bearbeiten und aus den Mails der Sonne einen Reisebericht zusammenzuschreiben. Also wer unten gleich klickt sei gewarnt: Viel Text mit vielen Bildern!

    (Alle Bilder sind anklickbar für die große Variante. Im Album gibt es dann noch mehr Bilder zu sehen.)

    [Update 26.7.: Noch ein paar Infos hinzugefügt und jetzt auch mit kleinen Videos.]

    Unser Flug in die USA ging früh los. Gefühlt mitten in der Nacht und nach gefühlt noch weniger Schlaf hob unser Flieger ab Düsseldorf in Richtung Heathrow ab. Die Wartezeit an einem Flughafen kann ganz schön lang sein, vor allem wenn man noch nicht weit geflogen ist.

    Die Schlange bei der Einreise in die USA war nicht wirklich lang (das haben wir schon ganz anders erlebt), dafür standen wir dann aber eine gefühlte Ewigkeit am Zoll und später bei der Autovermietung. Endlich in unserem Auto haben wir uns dann direkt auf den Weg von LA nach Moreno Valley gemacht. Der Verkehr war in etwa so, wie ich ihn damals 2010 hinter mir gelassen hatte: Alles voll, aber immerhin floss der Verkehr mehr oder weniger. Ein hoch auf die Automatik.

    Auf dem Beifahrersitz machte sich die Müdigkeit breit (Die Realzeit im Kopf war ja nicht Nachmittags 16 Uhr, sondern Nachts 1 Uhr) und die Erkenntnis, dass so ein Verkehr, bei dem rechts überholt wird, dann doch etwas Überforderung wäre.

    Nun hieß es auch noch etwas Zeit totzuschlagen. Wir wollten uns nicht um 8 Uhr abends ins Bett legen, um dann morgens um 4 Uhr hellwach zu sein. Also sind wir nochmal unterwegs in ein Outletcenter abgebogen, um schon mal die ersten Einkäufe zu machen. Und wie das in so einem Outletcenter ist: Ich finde da immer etwas. Sehr zum Leidwesen der Misses, die irgendwann im Stehen hätte einschlafen können.

    Aber irgendwann lässt sich der Körper auch nicht mehr überlisten und um 21 Uhr lagen wir dann brav im Bett. Ich hab mich in meinem Leben selten so fertig gefühlt.

    Aber so eine innere Uhr ist ja auch unpraktisch. “Jetlag ist, wenn man morgens um 4 Uhr im Hotel wach wird und es bis zum Frühstück noch 2 Stunden sind.” Hat dann aber auch den Vorteil, dass man halb sieben beim Frühstück sitzt und früh in den Tag starten kann. Der Misses hat sogar das Frühstück geschmeckt (mit dem Frühstück in den Motels kann ich auch ganz gut leben, da sind die ganz fettigen Sachen einfach nicht vorhanden und es findet sich sogar hin und wieder gesundes Obst), aber Kaffee haben wir uns dann lieber da besorgt, wo er schmeckt.

    Der nächste Stopp war der Joshua Tree Park. Auf Anraten von Andreas (an den hier auch nochmal ein großer Dank für die vielen Tipps und Hinweise für die Reiseplanung gehen) haben wir uns sofort einen Jahrespass für die National Parks besorgt. Der kostet einmalig 80US-$ und ist ein ganzes Jahr gültig. Letztendlich spart man damit ganz gut, wenn man min 4-5 Parks besucht.

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    Nach einer Tour durchs Hidden Valley und einer Kurzwanderung zu einer alten Horse Mine ging es gegen 13 Uhr dann weiter Richtung Kingman, wo wir gegen 17 Uhr angekommen sind.

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    In Kingman selbst gibt es nicht viel zu sehen, aber als Zwischenstopp bietet es auf jeden Fall an. An der Hauptstraße liegen jede Menge Hotels, die man einfach nur abklappern muss, um ein Zimmer zu finden. Das hat vor allem den Vorteil, dass man die Preise abfragen kann. Das erste Best Western wollte wahnwitzige 110 US-$ plus Steuern haben, ein paar Hotels weiter haben wir dann eines für 75 US-$ gefunden.

    Da das Best Western sogar einen Pool und ein Jacuzzi im Angebot hatte und wir wirklich schönes warmes Wetter mit um die 20 Grad hatten, haben wir uns erst mal in die Fluten gestürzt. Danach waren wir noch mexikanisch essen, leider ohne unsere Kreditkarten im Handgepäck, die im Hotel liegen geblieben waren (dachten wir), so dass ich die Misses als Pfand beim Mexikaner hinterlassen hat. Tatsächlich hatte sie aber ihren Body Belt aber nur auf der Suche nach was auch immer, im Fußraum des Autos liegen gelassen. Leider fiel das erst auf, als ich den Body Belt der Misses nicht im Hotel finden konnte.

    Das Frühstück im Best Western war schon etwas üppiger als in Moreno Valley. Irgendwo unterscheiden sich die Hotels dann doch. Was z.T. aber auch einfach daran liegt, dass eigentlich alle Hotels hier Franchise Ketten sind, d.h. der Betreiber bekommt die Lizenz das Hotel zu betreiben, sowie ein paar Vorschriften wie es auszusehen hat oder wie es zu machen ist. Vieles bleibt aber auch dem Betreiber überlassen, was man z.B. am Frühstück merkt.

    Vom Joshua Tree über Kingman zum Grand Canyon sind wir weiter der Route 66 gefolgt, die sich auf weiten Strecken als schrecklich langweilig entpuppte. Ich weiß beim besten Willen nicht, was die ganzen Motorradfahrer immer alle an der Straße finden, aber die Landschaft ist nicht sonderlich Abwechslungsreich gewesen. Aber vielleicht ändert sich das ja, je weiter man in Richtung Norden fährt.

    Unterwegs haben wir noch einen kurzen Stopp in Seligman gemacht, einem kleinen Touristendorf an der Route 66. Nett anzusehen und eine gute Gelegenheit ein paar Postkarten und ein Eis zu kaufen und sich die Beine zu vertreten. Mehr kann man da aber auch nicht machen.

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    Als Hotel hatten wir uns schon im Vorfeld die Red Feather Lodge in Tusayan ausgesucht. Tusayan liegt nur 5 Meilen vor dem Eingang zum Grand Canyon und bietet außer ein paar Hotels, einem National Geographic Kino und zwei Shops nicht viel. Leider sind die Preise auch entsprechend, aber wenn selbst das Wasser mit einem Tanklastwagen in den Ort gebracht werden muss, dann darf man das wohl erwarten.

    Wir sind etwa Mittags in Tusayan angekommen und konnten dann sogar schon unser Zimmer beziehen. Also schnell das Gepäck verstaut, ein paar Trekkingsachen angezogen und ab zum Grand Canyon. Kurz am Visitor Center anhalten und fragen was man so machen kann und dann erst mal zum Mather Point und den Ausblick genießen.

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    Bei Sonnenschein und in der Sonne um die 20 Grad sind wir dann einige Kilometer über das Rim “gewandert” und haben immer wieder Halt gemacht um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen. Gegen 17.30 Uhr waren wir dann zurück im Hotel und haben uns im Steakhouse gegenüber einen deftigen Burger bzw. ein Filet Mignon gegönnt. Nicht ganz günstig, aber lecker. Schade war nur, dass der Barkeeper einfache Cocktails wie einen Caipirinha nicht kannte und die Misses mit einem Tequila Sunrise vorlieb nehmen musste. Kein Beinbruch, aber wenn man einen besonderen Tag feiern will, dann soll ja eigentlich alles perfekt sein. Das Ende vom Lied war dann aber, dass wir total fertig um halb neun eingeschlafen sind. Do ein 9 Stunden Jetlag ist dann doch anstrengender als gedacht. (Als ich das letzte Mal 2010 in Los Angeles war, hab ich es in einer Woche nicht geschafft mich vernünftig an die Zeit anzupassen.)

    Das positive am Jetlag: Es ist kein Problem früh aufzustehen. Um 5 Uhr waren wir dann wieder am Mater Point um den Sonnenaufgang und die sogenannte blaue Stunden zu bewundern. Ein grandioses Schauspiel, das sich mit unseren Kameras leider nur ansatzweise einfangen ließ.

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    Da unsere Red Feather Lodge leider kein Restaurant hat und sonst kurz nach 6 Uhr noch nichts geöffnet hatte, waren wir zum Frühstück beim goldenen M. Vollkommen überteuert (wo wir wieder beim Grundproblem sämtlicher Grand Canyon Locations wären), Geschmacklich ein absolutes Desaster und es machte nicht mal satt. Ich hab in meinem Leben schon ein paar Mal schlecht gefrühstückt, aber McDonalds ist da eindeutig Platz Nummer 1.

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    Den Rest des Tages haben wir dann komplett im Grand Canyon verbracht. Der Rim ist nicht wirklich anspruchsvoll und an den meisten Stellen sehr gut ausgebaut. Zunächst sind wir vom Yaki Point zum Mather Point über das Rim gelaufen und dann sind wir mit dem kostenlosen Shuttlebus zum anderen äußersten Ende des Rim Trails nach Hermits Rest gefahren. Dies dauerte aufgrund der zahlreichen Haltestellen ca. 50 Minuten. Von dort sind wir ca. 9 Milen über das Rim bis zum Powell Point gelaufen. Der Weg bot immer wieder atemberaubende Ausblicke und wir haben gefühlt Hunderte von Fotos geschossen. Teilweise lag sogar trotz ca. 15 – 20 Grad noch etwas Schnee an den schattigen Stellen.

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    Abends haben wir uns dann eine Vorstellung im IMAX Kino gegönnt. Der Film ist mit seinen 30 Minuten nicht atemberaubend, aber er zeigt ein paar schöne Stellen, die dem normalen Touristen einfach so nicht zugänglich sind. Die Bilder sind im IMAX natürlich schon ziemlich opulent. Mit dem Gutschein, den wir beim Einchecken ins Hotel bekommen hatten, war der Preis für den Film sogar okay.

    Die Pizza beim Pizza Hut Express war okay, sie stillte den Hunger. Kulinarisches darf man vom Fast Food eh nicht erwarten.

    Am nächsten Morgen haben wir uns dann in einem kleinen lokalen Laden mit Frühstück versorgt. Kaffee, Oatmeal und Sandwiches. Preislich in etwa in der gleichen Klasse wie bei McDonalds, aber deutlich besser und vor allem auch lecker. Da haben wir uns schon ein bisschen geärgert, dass wir uns nicht am Tag vorher gleich dorthin gesetzt haben. Aber man muss ja alles mal ausprobiert haben.

    Um halb neun ging es dann wieder in Richtung Grand Canyon, ein letztes Mal, diesmal aber Ostwärts zum Desert View Point. Unterwegs haben wir immer wieder an den vielen Aussichtspunkten angehalten und jedes Mal gab es etwas anderes zu sehen. Es ist immer noch unglaublich wie viele Facetten der Grand Canyon zu bieten hat.

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    Nach dem Desert View sind wir weiter zum Marble Canyon gefahren. Der Übergang des Marble Canyon zählt auch ein bisschen als “Skywalk für Arme”. Während der richtige Skywalk einfach nur eine Touristenfalle ist (man darf keine eigenen Bilder machen und muss auch noch 60 US-$ Eintritt zahlen, da dieser Skywalk von den Indianern betrieben wird) kann man am Marble Canyon zu Fuß über die alte Brück gehen und den Ausblick auf den Canyon genießen. Okay, die Brücke ist nicht so hoch über dem Fluss wie der Skywalk, aber es reicht vollkommen, wenn man nicht noch das Geld zum Fenster rauswerfen will.

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    Die Straßen unterwegs sind gefühlt endlos lang. Links und Rechts kann man die Bergmassive bewundern, die sich farblich von rot in weiß zu grau verändern, ansonsten nur endlose Straßen und plattes Land.

    Nach dem Marble Canyon sind wir noch ein bisschen weitergefahren um etwas mehr vom Vermillion Cliff zu sehen, aber das Ding war so gigantisch, das wir es aufgegeben haben, um unseren Zeitplan nicht komplett zu sprengen. Also zurück über die Straße, über die wir gekommen sind (der Marble Canyon ist Fahrtechnisch ein Umweg von etwa 2 Stunden, ist aber eine Empfehlung Wert) und weiter zum Horseshoe Bend.

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    Irgendwie kennt der Grand Canyon immer nur Attribute: Entweder “Mau” (oder nennen wir es mal wenig aufregend) oder “Gigantisch” (alternativ: Groß!). Zu letzterem gehört auch der Horseshoe Bend. Eigentlich nur eine simple Schleife im Fluss, aber im Laufe der Jahrtausende hat sich hier ein schicker Flecken gebildet, der immer mehr Touristen anzieht. Es geht ziemlich weit runter und der Ausblick ist fantastisch. Man könnte den Ausblick ewig genießen, wenn man nicht ungeschützt der Sonne ausgesetzt wäre. Und leider kommt hier auch wieder die Grenze der Technik zum Vorschein: Einfach nur losknipsen hilft nicht um den Ausblick einzufangen. Unter einem komplizierten Panorama ist da nichts zu machen.

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    Ein paar Kilometer nach dem Horseshoe Bend kommt schon Page. Eine kleine Stadt (aber dafür gefühlt 50 Kirchen) am Lake Powell. Unser Hotel haben wir auf gut Glück gesucht und sind im Days Inn gelandet. Eine ziemlich gute Wahl, wie wir nach dem Bezug des Zimmers festgestellt haben. Das Zimmer ist nicht zu klein, schick eingerichtet und zum Glück mit einem Kühlschrank versehen. Damit stand dem Einkauf im Walmart gegenüber am Abend nichts mehr im Weg.

    Nach dem Bezug des Zimmers stand dann der Antelope Canyon auf dem Programm. In die Canyons darf man nur mit einem Führer oder mit einem ziemlich teuren Permit Pass rein. Beide Pässe sind zeitlich begrenzt, damit der Besucherstrom sich in Grenzen hält. Es ist wirklich Wahnsinn, was das Wasser für einen skurrilen Canyon in den Fels gewaschen hat. Unser Führer Jason turnte wie ein Gecko zwischen den Felsen hin und her, und stellte die Kameras mal gleich noch auf die richtige Einstellung um das Rot des Canyons zum Ausdruck zu bringen. (Was wohl die Leute machen, die nicht wissen das ihre Kamera verstellt ist?)

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    Vom Antelope Canyon sind wir dann noch weiter zum Glen Canyon Staudamm gefahren, der den Lake Powell staut und haben bei einem Sandwich den Blick über den Stausee und auf die Berge genossen.

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    Abends waren wir dann in einem kleinen Laden namens Bonkers essen. Das Essen war ziemlich lecker, aber an die Portionen müssen wir uns hier immer noch gewöhnen. Es ist einfach alles zu viel. Klar, man kann sich die Reste immer mitnehmen, aber ohne Mikrowelle haben wir am nächsten Tag nicht viel davon. Aber lecker war es.

    Auch wenn unser Hotel an der Hauptstraße von Page lag, konnten wir den Sonnenuntergang doch genießen. Der Blick des Balkons ging in die große weite, die Sonne ging in einem fetten Rot unter. Das Hotel WLAN hat sogar gereicht um mit meiner kleinen Cousine zu Skypen und ihr die Landschaft zu zeigen. Und die Abendluft war warm genug um noch ein eiskaltes Bier auf dem Balkon zu genießen.

    Am nächsten Morgen hieß es dann wieder einigermaßen zeitig aufstehen, wenn wir nicht erst am späten Nachmittag am Bryce Canyon ankommen wollten. Das ist übrigens das Grundproblem, wenn man möglichst viel sehen will bei so einer Tour: Ausschlafen ist das nicht drin. Die Sonne geht auch im Urlaub zeitig unter und wenn man ohne Hektik den Tag erleben möchte, dann muss man die Zeit voll ausnutzen.

    Von Page ging es erst mal wieder in Richtung des Glen Canyon Staudamms. Eigentlich hatte ich mir den schon am Vorabend angucken wollen, aber als wir ankamen, schlossen sich dort gerade die Pforten. Macht ja nichts, die Zeit für die Tour am Morgen war sowieso eingeplant. Die Tour kostet 5 US-$ pro Person und dauert etwa 45 Minuten. Auf der Tour bekommt man verdammt viele Fakten zu hören, aber auch viel vom Staudamm zu sehen. Die Führerin verheimlicht aber auch nicht, dass der Staudamm seit Jahren mit sinkendem Pegel zu kämpfen hat und das sie schon mehrfach kurz vor der unteren Grenze waren, an der sie nicht mehr genügend Wasser für die Turbinen haben – die erste Versorgungsregel des Staudämme am Colorado River lautet nämlich nicht Strom sondern Wasser. (Aber wirkliche Konzepte, wie man die Leute zum Wasser sparen bringen kann, scheint hier auch niemand zu haben. Das wurde uns dann wieder in Las Vegas bewusst.)

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    Nach dem Staudamm haben wir uns dann auf den Weg zum Bryce Canyon gemacht. Eigentlich hatte ich die Route so geplant, dass wir über die Cottonwood Canyon Road fahren sollten. Allerdings hatte es im Frühjahr heftige Schnee- und Regenfälle gegeben, sodass die Straßenbeschaffenheit nach Aussagen der Ranger zwischen “mindestens Allradantrieb” oder “Unpassierbar” schwankte. Da unser kleiner Lastenesel nur “2 Wheel Drive” bot und ich auch keine Lust hatte an irgend einer schmalen Stelle im Ernstfall 2 Kilometer rückwärtsfahren zu müssen, haben wir uns dann über den normalen Highway weiterbewegt. (Heute, also Juli 2012, ist die Straße immer noch unpassierbar. Also muss ich beim nächsten Mal einen Wagen mit Kettenantrieb leihen um die Straße befahren zu können.)

    Unterwegs kommen wir immer wieder an diesen gigantischen Wohnmobilen der Amerikaner vorbei. Das Wohnmobil (oder besser LKW) gibt es in 2 Varianten:
    Einmal zieht ein Pickup Truck einen gigantischen Hänger. Jetzt weiß ich auch warum die Dinger Truck heißen:
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    Diese Hänger stehen auch schonmal einfach am Straßenrand und die Bewohner sind dann scheinbar mit ihrem Truck unterwegs. Bei dem Amis darf man scheinbar überall campen, ausser es ist explizit verboten.

    Oder es ist eines dieser riesigen Wohnmobile, die selbst fahren. Die sind natürlich in der Stadt oder auf bergigen Straßen oder in National Parks total unpraktisch, weil man damit nicht überall hinkommt. Also hängt man einfach noch ein Auto hinten dran. Der kleinste war hinten dran hing, war ein Smart. Das größte ein Hummer H2 Jeep. Aber hauptsächlich waren es kleine Jeeps.
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    Der Highway zum Bryce Canyon bietet nicht sonderlich viel, aber ist gut fahren. Unser Hotel ist diesmal die Bryce View Lodge. Das ist die günstigere Alternative zu den beiden Best Western Hotels. Die Lodge ist schon ein paar Tage älter und das Zimmer ist nicht mehr ganz neu. Aber es war sauber, ein Kühlschrank war auch mit drin, also gab es nichts zu meckern. Im Gegensatz zum Grand Canyon war der kleine Supermarkt hier deutlich besser ausgestattet und auch noch etwas günstiger. Der Weg von der Lodge rüber ist nicht weit und so kamen dann auch jeden Morgen die Thermobecher von Starbucks zum Einsatz – es geht nichts über frischen, guten Kaffee (und das Haselnussaroma für die Misses).

    Unser erster Halt im Bryce Canyon war dann wieder das Visitor Center – was übrigens immer eine gute Idee ist. Im Joshua Tree Park bin ich noch mutig am Visitor Center, das gut 5 Meilen vor dem Parkeingang lag, vorbeigefahren (“Ich war ja schon mal hier!”), um dann am Eingang zum Park zu erfahren, dass man Touren nur am Visitor Center buchen kann. (Zum Glück war der Ranger aber absolut hilfsbereit und hat dann mit dem Visitor Center telefoniert, um uns dann leider sagen zu müssen, dass die Tour schon ausgebucht war.) Die Visitor Center haben zum einen immer einen guten Überblick über die Wetterlage und auch immer eine Idee was man an Touren machen könnte. Man muss allerdings wissen, dass die Zeit bei vielen Touren immer großzügig gerechnet ist.

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    Da wir nicht zur Hauptsaison da waren, fuhren leider die Shuttle Busse noch nicht und wir mussten die Wege immer 2x laufen – weniger ein Problem des Laufens, vielmehr blöd das man ständig das eigene Auto bemühen muss. Die Shuttle Busse sind ökologischer und vor allem auch entspannter. Also sind wir einen ganzen Teil der Aussichtspunkte mit dem Auto angefahren und natürlich auch ein paar abgewandert.

    Das Panorama am Bryce Canyon war genauso wie am Grand Canyon “overwhealming, amazing, fantastic”, um mal ein paar amerikanische Begriffe zu benutzen.

    Abends haben wir uns dann aus dem Store versorgt und in der Lodge gegessen. Es muss ja nicht jeden Abend ein Essen außer Haus sein.

    Da der Weg zum Canyon wirklich kurz war und wir diesmal keinen Sonnenaufgang beobachten wollten, konnten wir zumindest etwas ausschlafen. Auf dem Plan stand: Such dir einen Trail aus und bewandere ihn. Los ging es mit dem Queens Garden Trail, der in den Navajo Trail und schließlich in den Peek-a-Poo-Trail überging. Ein sehr schöner Rundwanderweg, dessen letztes Stück wieder über das Rim ging. Die Landschaft ist wahnsinnige zerklüftet, überall nur Fels. Erst oben auf dem Rim oder unten im Tal wird es wieder richtig grün. Dazwischen nur rote Fels, der noch mehr Wärme abstrahlt. Den Aufstieg mussten wir uns aber bei ca. 20 – 25 Grad ganz schön erkämpfen, denn es ging sehr steil bergauf. Auch wenn es morgens beim Kaffeeholen noch frisch war, innerhalb des Canyons glühte die Sonne noch ziemlich. Den Rest des Nachmittags haben wir dann auf dem Rasen vor unserer Lodge relaxt und gelesen. Komisch das es hier nirgend Liegen zum draußen liegen gibt. Scheinbar stehen die Amerikaner da nicht so drauf.

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    Zwei der Aussichtspunkte im Canyon hießen Sunrise Point und Sunset Point. Den Sunrise hatten wir ja schon am Grand Canyon, also wollten wir uns mal ein Sunset ansehen. Am Sunset Point war schon ziemlich viel los, jede Menge Leute mit Kameras und Stativen, die sich schon die besten Punkte ergattert hatten. Das schöne in solchen Momenten ist, dass man mit dem Leuten sehr leicht ins Gespräch kommt. Um 20:07 Uhr war die Sonne dann verschwunden, nachdem sie die Berge richtig schön rot angeleuchtet hatte…

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    Weiter ging es zum Zion National Park. Also um 9 Uhr ausgecheckt, den Lastenesel nochmal vollgetankt und auf den Weg gemacht. Unterwegs haben wir noch am Red Canyon angehalten um ein paar Meter zu laufen. Nicht wirklich Spektakulär, aber immer wieder für ein paar Bilder gut.

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    Wenn man von Bryce Canyon zum Zion National Park fährt, kommt von Osten. Irgendwann kommt das Bezahlhäuschen zum Zion und dann wechselt der Belag von grau-schwarz auf braun. Das heißt in erster Linie: Langsam fahren. Hier sind dann keine 55 mph erlaubt, sondern nur noch zwischen 15 und 25 mph. So kann man aber auch ziemlich ungefährlich einfach auf einen Haltepunkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite wechseln. Interessant ist der Tunnel, den man mit dem Auto einfach befahren kann, aber z.B. mit einem Wohnmobil nur mit “Geleitschutz” befahren darf. Der Tunnel ist nicht sonderlich hoch und so müssen Wohnmobile mittig fahren. Davor fährt dann ein Ranger, der sicherstellt das nicht doch noch jemand im Tunnel ist (was aber eigentlich nicht möglich ist, da es Zugangskontrollen gibt). Als wir durch den Tunnel fahren wollten, übergab uns die Frau am Tunnelhaus einen “Staffelstab”, den wir am Ende des Tunnels wieder abgeben mussten. Somit war klar, dass wir die letzten sein mussten, die durch den Tunnel gefahren sind und nach uns niemand mehr kam.

    Nach dem obligatorischen Besuch des Visitor Centers und dem Auffüllen der Wasserflaschen (übrigens auch so eine Tolle Einrichtung: An jedem National Park stehen mehrere Wasserspender, die z.T. sogar das Quellwasser des Parks umsonst anbieten) ging es mit dem Shuttlebus zum Angel Trail. Im Zion Park darf man nur mit dem Auto fahren, wenn man dort auch im Hotel wohn, ansonsten darf man dieses Nadelöhr nur mit dem Shuttlebus befahren.

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    Das Thermometer zeigte 30°C an und es war vielleicht nicht die beste Idee einen so steilen Anstieg zu bewältigen, aber die Aussicht am Ende sollte es Wert sein. Vor uns sprintete eine Horde Studenten den Trail hoch, aber so viel Enthusiasmus (und Kondition) konnten wir dann doch nicht bieten. Irgendwie hatten wir uns die 450 Höhenmeter doch einfacher vorgestellt. Schade war nur, dass der Trail (wie die meisten in diesem Park) ein One-Way Trail ist. Man muss also auch immer wieder den gleichen Weg zurück. Der Aufstieg war nochmal um einiges anstrengender als der im Bryce Canyon, aber am Ende wurden wir mit einer Aussicht über den Park belohnt und konnten uns im Schatten der Bäume entspannen.

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    Das Hotel hatten wir diesmal nicht in Park nähe sondern in St George gebucht. Das hieß zwar eine Stunde zu fahren, aber dort gab es dann auch wieder Zivilisation, also ein kleines Shoppingzentrum (immerhin konnte die Misses hier ein paar Flip Flops erstehen) und eine deutlich größere Auswahl an Möglichkeiten zum Essen. Das Best Western Hotel war wieder eine Wucht. Das Zimmer verhältnismäßig groß und vor allem neu und der Pool verdammt einladend. Und da haben wir dann auch erst mal ein bisschen Zeit verbracht. Urlaub ist ja nicht nur Bewegung sondern auch Entspannung.

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    Da das Steakhouse nur mit Wartezeit etwas zu Essen bot (irgendwie schien sich die Besucherzahl von 18:00 Uhr auf 18:30 Uhr plötzlich verdreifacht zu haben), haben wir es dann mal bei Taco Bell versucht. Die Misses war begeistert, ich hingegen konnte mich damit nicht anfreunden. Irgendwie hatte ich mehr erwartet. Aber immerhin kann ich mir jetzt eine Meinung zu dem Essen bilden. Da wir uns auch noch mit ein paar Vorräten eindecken mussten, sind wir dann nochmal durch einen Supermarkt gegangen. Da hat die Misses dann eine Snickers Torte entdeckt. Hört sich lecker an, bestand aber nur auf jeder Menge Sahne und Cremefüllung. Sie fand es super, ich habe ihr dann einfach den Rest gelassen…

    Da unser Urlaub 22 Tage dauern sollte und wir nicht so viel Gepäck mitnehmen konnten, haben wir dann auch im Hotel gleich mal die Chance gegriffen und gewaschen. Die Waschmaschinen der Amis sind zum großen Teil “Top-Loader” und werden von oben beladen. Komischerweise brauchen die zum Waschen auch deutlich weniger Zeit. Ich kann nur vermuten das die Maschinen einfach mit deutlich mehr Wasser waschen, aber sauber geworden sind die Sachen. Sah schon ein bisschen lustig aus, als wir unser Zimmer komplett mit Klamotten zum Trocknen zugehängt hatten (man will ja nicht alles einem Trockner anvertrauen).

    Der 2te Tag im Zion war deutlich entspannter als der erste. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich beim nächsten Mal ein Hotel in Springdale nehmen würde oder doch wieder in St George. Die Anfahrt ist halt deutlich länger ab Georgetown (ca. 1 Stunde), dafür sind die Preise aber besser und man kann auch aus mehr Hotels wählen.

    Wir haben uns ein paar einfachere Trails ausgesucht, die wir abgelaufen sind (es war zum Glück auch nicht mehr so heiß wie am ersten Tag) und sind mit dem Shuttle den Park bis zum Ende abgefahren. Der Weg der dann folgt hört leider irgendwann auf, weil der Fluss nach dem Winter recht breit geworden ist. Im Sommer hingegen soll man bei Trockenheit ziemlich weit gehen können und noch ein paar schöne Ecken entdecken.

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    Abend in St George sind wir diesmal schlauer und gehen frühzeitig in das Outback Steakhouse. Die Kette nennt sich selbst Australisches Steakhouse. Die Australische Komponente konnte ich nicht so ganz entdecken (wobei ich da bisher auch noch nicht war), aber das Essen war vergleichsweise günstig und vor allem lecker.

    Nach St George ging unser Weg weiter nach Las Vegas. Mein eigentlicher Plan sah vor direkt nach Las Vegas zu fahren, allerdings war ich mir nicht sicher wann das Hotel uns einchecken lassen würde. Die kleinen Hotels, in denen wir bisher waren, zeigten sich immer flexibel. “Oh, warten Sie, ich schaue mal eben welches Zimmer schon gereinigt ist, dann können Sie da rein.” Aber in einem Klotz wie das MGM, das mehrere tausend Zimmer sein eigen nennt, war ich mir nicht so sicher ob die dort wirklich so flexibel sind. Zum Glück hatte die Misses nochmal einen Blick in den Reiseführer geworfen und das Valley Of Fire entdeckt. Das ist ein State Park (nicht zu verwechseln mit den National Parks und somit auch nicht der Jahrespass der National Park verwendbar) und praktischerweise auf der Strecke. Es gab wieder viele rote Felsen zu bewundern, ein paar handschriftliche Hieroglyphen der Indianer (etwa 3.000 Jahre alt) und einfach eine tolle Landschaft. Ein Zwischenstopp der sich gelohnt hat. Weiter ging es dann oberhalb des Lake Mead (der Stausee zum Hoover Damm). Da in unserer letzten Urlaubswoche der Eintritt in sämtliche Recreation Areas sowie National Parks frei war, mussten wir hier auch nichts bezahlen und konnten eine schöne Alternativstrecke nutzen, auch wenn der See nie wirklich Nahe kam.

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    Und dann endlich kam Las Vegas. Auf dem iPod schnell noch “Viva Las Vegas” von Elvis Presley angeworfen und dann rein in die Stadt. Wobei es Downtown eigentlich erst wirklich spannend wird. Alles andere ist wie jede andere US Stadt auch: Flache Gebäude, viel Straße. Da es aber immer früh am Mittag war, haben wir uns zu einem Abstecher in ein Outlet Center entschlossen. Damit kann man auf jeden Fall jede Menge Zeit totschlagen. Was wie hier so an Outlet Centern kennen (z.B. Roermond), ist wirklich klein zum US Pendant. Am Ende haben wir jede Menge Tüten in der Hand gehalten und uns für das Vorbuchen der dritten Tasche auf dem Rückflug schon mal beglückwünscht.

    Und wie das mit dem Shoppen so ist: Auf einmal war es spät geworden. Wir sind so gegen 18 Uhr im Hotel angekommen, das Auto beim Valet Parking abgegeben (im Nachhinein würde ich mein Auto selbst abstellen und das Gepäck selbst schleppen, einfach weil es schneller geht) und eingecheckt. Oder zumindest der Versuch, denn es war wie im Supermarkt: Wir hatten die langsamste Schlange erwischt. Irgendwann wurde es uns zu bunt und wir haben uns parallel in 2 Schlangen angestellt und kamen dann einigermaßen voran. Wahnsinn, was in dem Laden los war.

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    Durchs Casino vorbei an endlos vielen Automaten ging es dann in den West Wing. Wir logierten 2 Nächte im 2ten von 14 Stockwerken im Zimmer 2-515. Nachdem ca. 30 Minuten später unser Gepäck eintraf und einer schnellen Dusche haben wir uns dann ins “Nachtleben” von Las Vegas gestürzt. Es war immer noch unglaublich warm, so dass man weder Pullover noch lange Hose brauchte… Eigentlich wollten wir bei uns im Hotel im Rainforest Cafe Essen gehen, weil uns dieses empfohlen worden war, aber leider wurde dies gerade umgebaut. Also auf in die Stadt. Dort gab es so viel zu sehen, dass wir unseren Hunger erst mal vergessen haben. Blöd nur, dass uns nach einiger Zeit von unserer Rumlauferei im Valley of Fire und beim Shoppen die Füße total weh taten. Gegen 21 Uhr waren wir dann gerade im Caesars Palace unterwegs und dachten, jetzt könnten wir mal was essen, aber ein Steak für 100 USD war uns dann doch zu teuer. Aber der Kellner nahm es sportlich und wünscht uns noch einen schönen Abend. Und wir wussten das wir ab sofort immer erst auf die Preise gucken bevor wir uns an einen Tisch setzen. Also ging es weiter mit der Erkundung von Las Vegas bei Nacht… Gegen ca. 23 Uhr sind wir dann fix und foxy in unser King Size Bett gefallen.

    Die Zeit der opulenten und billigen Frühstückbuffets soll in Las Vegas vorbei sein. Im MGM Grand kostete das Frühstücksbuffet 18 US-$, was umgerechnet etwa 15 Euro waren. Dafür bekam man eine Menge geboten und der Preis war auch völlig gerechtfertigt. Die Auswahl war so riesig, dass man auch gleich locker das Mittagessen hätte mit abdecken können: von normalem Frühstück, über frisch gebratene Omeletts, Tacos und frisch zubereitete Enchiladas, Schweinebraten, Kroketten, warmen Zimtauflauf, etlichen Desserts und kleinen Küchlein, gab es einfach viel zu viel Auswahl.

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    Ich lasse hier einfach mal den Reisebericht der Misses für sich sprechen:

    “Gut gesättigt sind wir dann also wieder bei blauem Himmel und Sonnenbrandgefahr-Sonnenschein den Strip hinunter und haben ?uns die Hotels bei Tag beguckt bzw. sind auch durch einige hindurch gelaufen. Wahnsinn. Jedes Hotel eine kleine Stadt für sich mit zahlreichen Restaurants und Geschäften und wirklich gut gemacht. Das Paris und das Venitian haben uns von innen besonders gut gefallen. Zum Ende des Strips hin habe ich dann einen Ross entdeckt und auf Empfehlung einen Blick in diesen Laden geworfen. Eine seeeehr gute Idee, wie ich feststellen musste, da ich den Laden knappe 250 USD ärmer und um einige Kleider und T-Shirts reicher wieder verlassen habe… ;) ) Shopping ganz nach meinem Geschmack!!! Zurück ging es aufgrund der zahlreichen Tüten dann also mit dem Bus. Nachdem wir die Tüten im MGM abgeladen hatten, haben wir uns nach einer kurzen Verschnaufpause direkt wieder auf den Weg gemacht und Jan konnte im Apple Store im Venetian noch neues Equipment für sein I-Pad erwerben. Langsam bekamen wir Hunger und haben uns ein köstliches Käsefondue als Vorspeise in einem Restaurant in Paris gegönnt. Dazu gab es Mochito und danach dann noch zwei leckere Hauptspeisen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel sind wir dann mit dem Bus zum Statosphere Tower am Ende des Strips gefahren und konnten von oben einen super Blick über das nächtliche Las Vegas werfen. Leider gingen unsere 1 1/2 Tage im bunten Treiben viel zu schnell vorbei und das eigentlich angedachte Relaxen in der Poollandschaft unseres Hotels musste leider entfallen. Bei unserem nächsten Trip nach Las Vegas werden wir definitiv mindestens einen Tag mehr einplanen…”
    Nach dem Stratosphere Tower haben wir uns noch die Fontänen Show vor dem Bellagio angesehen. Das wird alle 15 Minuten gestartet, immer wieder zu unterschiedlicher Musik. Als wir dann vor Ort waren, wurde als erstes Stück “My Heart Will Go On” gespielt, da passte die Musik überhaupt nicht. Beim zweiten Mal gab es etwas flottere Musik von Madonna, das sah schon deutlich besser aus.

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    Am letzten Tag in Las Vegas haben wir zumindest morgens noch einen kurzen Blick auf die Poollandschaft geworfen. Ein bisschen habe ich mich ja geärgert, dass wir die nicht nutzen konnten. Aber vermutlich geht es hier bei Sonne zu wie am Ballermann. Zumindest wirkte ein ganzer Teil der Amerikaner ziemlich betrunken und Feierwütig.

    Dieser Tag sollte der gefühlt längste in unserem Urlaub werden. Die Planung sagte eine Strecke von über 630 Kilometern voraus und nicht allzu viele Attraktionen unterwegs. Meine größte Sorge war aber, ob der Tank reichen würde. Also haben wir in Las Vegas getankt und dann nochmal in der letzten Stadt vor dem Death Valley. In der Wüste liegen zu bleiben war mein Horrorszenario. (Allerdings in der Wüste zu tanken auch. Dort war der Sprit fast 2 US-$ teurer als vor dem Death Valley).

    Der erste Stopp im Death Valley war Dantes View. Das bedeutete wieder einen kleinen Umweg, aber hat sich gelohnt. Der Ausblick über die Salzseen bis zum Horizont war fantastisch.

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    Der nächste Stopp sollte dann eigentlich dann Badwater sein, einer der Salzseen. Ein paar Meilen nach Dantes View stand dann aber links am Straßenrand auf einmal ein Schild “20 Mule Canyon”. Wir hatten natürlich keine Ahnung was das war, aber es sah ein bisschen nach Abenteuer aus. Die Straße durfte nur aus einer Richtung befahren werden und war ein bisschen holprig. Eigentlich war es eine Mischung aus Schotter und Offroad Strecke, aber so gemacht, das wir das auch locker mit unserem kleinen Lastenesel bewältigen konnten. Eigentlich nichts besonderes, aber eine willkommene Abwechslung zum grauen Straßenalltag.

    Als wir dann in Badwater ankamen, war es vor allem eines: Heiß. Am Horizont türmten sich schwarze Wolken, die uns an diesem Tag aber nie erreichen sollten. Badwater ist kein Ort, sondern einfach nur ein Haltepunkt. Es gibt einen Parkplatz und eine dieser Naturtoiletten, wie man sie häufig in den USA abseits der Zivilisation findet. Wenn man zurück auf den Berg blickte, konnte man ein kleines Schild sehen, auf dem “Sealevel” stand. Wir waren also jetzt so tief unter dem Meer wie die Holländer. Das Salz auf dem “See” (der ja eigentlich trocken ist) war nicht ganz so weiß wie ich mir das immer vorgestellt habe, sondern hatte einen leicht dreckigen Touch. Das liegt aber wahrscheinlich an der ständig Erosion, die dort stattfindet. Auf dem See selbst war es mit 39°C verdammt warm und ohne Sonnenbrille lief man Gefahr Schneeblind zu werden.

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    Der Rest des Death Valleys war von der Landschaft abwechslungsreich, aber danach kam nicht mehr viel. Ursprünglich hatte ich gehofft das wir über den Tioga Pass in den Yosemite National Park kommen würden, aber das hatte sich vor dem Start des Urlaubs schon zerschlagen. Der Tioga Pass wird immer erst sehr spät im Jahr geöffnet, weil dort unheimlich viel Schnee liegt. Die Behörden fangen zwar irgendwann an den Pass zu räumen, aber das dauert immer bis Ende Mai, in manchen Jahren sogar bis Ende Juni. Und da zwischen Las Vegas und dem Yosemite sonst nicht viel liegt, haben wir eine Nacht in Bakersfield gepennt. Abends sind wir einfach nur noch kaputt ins Bett gefallen.

    Am nächsten Morgen ging es dann in Richtung des Sequoia National Parks, der ein willkommener “Umweg” zum Yosemite war. Allerdings hatten wir dann hier auch unseren ersten und einzigen Regentag. Also fielen alle geplanten Hikes aus und wir sind die wichtigsten Punkte (abgesehen vom General Shermann Tree) mit dem Auto abgefahren.

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    Im Park wurden eine ganze Menge Straßenstücke repariert, was bedeutete, dass die Straße einspurig nur für eine bestimmte Zeit durchgelassen wurde. Aus unserer Richtung war die Straße zwischen 12 und 14 Uhr gesperrt und wir waren leider eine halbe Stunde zu spät. Blöd gelaufen. Da man bei dem Wetter auch nicht draußen sitzen konnte, haben wir das iPad ausgepackt, ein paar Runden Siedler gegeneinander gespielt und uns dann irgendwann an der Ampel angestellt. So kann man die Wartezeit auch überbrücken.

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    Der nächste Schock kam dann, als wir ein paar Kilometer weiter in eine unplanmäßige Sperre kamen. Vor uns war ein Coca Cola LKW von der Straße gerutscht und musste mit 2 Bergungs LKWs wieder rausgezogen werden. Der Ranger war zum Glück sehr kooperativ und auskunftsfreudig, meinte aber, dass es im schlimmsten Fall bis zu 3 Stunden dauern könnte. Da war die Frage was machen. Mit dem umstehenden dann kurz beratschlagt was am Sinnvollsten wäre und erst mal für eine halbe Stunde warten entschlossen.

    Letztendlich haben die Jungs an den Bergetrucks super Arbeit geleistet und den LKW in Rekordzeit wieder auf die Straße gezogen und wir wurden dann von den Rangern daran vorbeigelotst. Mittlerweile war auch das Wetter wieder besser geworden und wir konnten an ein paar Viewpoints noch grandiose Aussichten genießen.

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    Um 19:30 sind wir dann in Mariposa angekommen, unser Quartier für die nächsten 2 Nächte und Tor zum Yosemite. Im Nachhinein war es hier eine blöde Idee sich 1 Stunde entfernt vom Park einzuquartieren. Die Anfahrt ist nicht sonderlich einfach, die Straßen lassen bei Schleichern kein Überholen zu und die Tempolimits sind mehr als langsam. Aber wie immer war der Preis besser als direkt am Park.

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    Der Yosemite ist zwar ein schöner Park und es gibt auch viel zu sehen, aber den Zion oder den Bryce fand ich schöner, vor allem weil hier die Wandermöglichkeiten deutlich besser waren. Allerdings sind die Wasserfälle im Park schon gewaltig.

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    Vom Visitor Center aus sind wir dann zu einer knapp 3 Stündigen Wanderung aufgebrochen, die uns vorbei an Wasserfällen zu einem kleinen See geführt hat. Unterwegs gab es immer wieder Möglichkeiten zum Bilder machen, Landschaft bewundern und einer kleinen Rast. Da wir durch die Erfahrung der doch sehr anstrengenden 500 Höhenmeter im Bryce Canyon doch Respekt vor noch so einer Aktion hatten (und es im Yosemite auch deutlich kühler war), haben wir uns dann gegen anstrengende Hikes entschieden und sind zum Glacier Point gefahren. Das bedeutet zwar jeweils eine Stunde Ab- und Anfahrt, aber die haben sich gelohnt. Zwischenzeitlich waren wir mal kurz versucht umzukehren, da es sich mittlerweile sehr stark zugezogen hatte. Gut, dass wir das nicht gemacht haben, denn dies hat anscheinend nur die andere Bergseite betroffen. Es gab zwar ein paar tief hängende Wolken, aber das hat der Aussicht keinen Abbruch getan. Gut das wir durchgehalten haben.

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    Abends haben wir dann nochmal in Mariposa übernachtet, was eigentlich auch eine ganz gute Ausgangslage für die Fahrt nach San Francisco war.

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    Die Fahrt nach San Francisco war schon irre. Die letzten beiden Wochen haben wir fast nur Steine und trocknes Land gesehen, aber seit Bakersfield hatte sich die Landschaft merklich geändert. Auf einmal war alles grün, es gab jede Menge Wälder und Felder.

    Von Mariposa aus geht es durch Kilometerlange Jasmin Felder, dazwischen immer wieder Obstplantagen. An jeder Ecke kann man frisches Obst kaufen, das natürlich auch von den gleichen Feldern kommt. Die Erdbeeren schmeckten einfach fantastisch. Der Duft des Jasmin ist allgegenwärtig, man bekommt ihn gar nicht mehr aus der Nase. Manchen Leuten mag das vielleicht irgendwann zu viel sein, wir konnten davon nicht genug bekommen. Einfach nur die Autofenster öffnen und schon roch es nach Sommer, auch wenn der Himmel zwischendurch etwas grau war.

    Die Fahrt nach San Francisco (oder genauer Oakland) hat etwa 3 Stunden gedauert und war durch die Abwechslungsreiche Landschaft auch wirklich schnell vorbei.

    Diesmal hatten wir kein Hotel, sondern ein privates Bed & Breakfast. Wobei es eher ein Bed war, klassisches Frühstück war nicht mit drin. Macht aber auch nichts. Unser Host Kai war unterwegs, dafür war aber seine Freundin Yuki da und nahm uns in Empfang. Die Wohnung war riesig, im Loftstil gebaut. Wir hatten unser eigenes Bad und im Zimmer war genug Platz. Den Kühlschrank durften wir nach Herzenslust mitbenutzen, genauso wie den Pool im Innenhof oder den Gemeinschaftsraum. Den Wagen haben wir dann in der Tiefgarage abgestellt, denn Parken in SF ist wahnsinnig teuer und die Hotels dazu auch (die billigen sahen alle ziemlich runtergeranzt aus).

    Vom Loft aus war es nur 5 Minuten zur BART, dem öffentlichen Verkehrssystem vom SF. Für 3,50 US-$ pro Strecke kommt man bis in die Innenstadt, ein angemessener Preis. In der Stadt haben wir uns dann ein 3 Tages Ticket geholt, das für alle Busse und die Cable Cars gilt. Wenn man das Angebot ausgiebig nutzt, dann ist das vom Preis vollkommen okay, ansonsten kommt man mit Einzeltickets evtl. billiger weg. Ich bin aber ein Fan der “Pay-And-Forget” Lösung und will einfach nur in die Verkehrsmittel einsteigen ohne mir noch Gedanken über die Bezahlung machen zu müssen.

    Laufen in SF ist schon ein bisschen Herausforderung. Von Powell Station bis zur Fishermans Wharf sind es ein paar Blocks und die Hügel sind zwischendurch ganz schön Steil.

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    Am Pier 39 angekommen haben wir uns erst mal eine Clamp Chowder und ein Sandwich gegönnt und sind dann dort ein wenig rumgelaufen. Leider war es recht diesig und die Golden Gate Bridge und Alcatraz nur im “Dunst” zu sehen.

    Unser erster kompletter Tag in SF beginnt mit einem Frühstück im Loft. Unser Host Yuki ist schon längst Arbeiten, da stehen wir auf. Bevor wir aufbrechen Skypen wir noch schnell mit Deutschland (das WLAN in Mariposa war katastrophal) und begrüßen die Familien beim Abendbrot. 9 Stunden Zeitverschiebung sind schon etwas gruselig.

    Diesmal starten wir nicht mit der BART sondern mit der Fährt von Oakland nach SF – ein Tipp von Yuki. Das Wetter ist deutlich besser als gestern, die Golden Gate Bridge ist trotzdem wieder komplett im Nebel. Dafür fahren wir unter der kleinen Schwester her, der Oakland Bridge. In ihrem grau nicht ganz so Eindrucksvoll, aber trotzdem eine verdammt große Brücke. Also mussten wir unseren eigentlichen Plan, mit Fahrrädern über die Brücke zu fahren, erst mal verschieben. Der Nebel kann sich hier angeblich tagelang halten, also haben wir einfach mal gehofft, dass die Sonne zum Nachmittag ein paar Nebelschwaden auflöst.

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    In San Francisco gibt es am Hafen ein Museum, das ein Teil der National Parks ist. Da dieser Sonntag der letzte Tag dieser National Week war, hatten wir hier dann kostenlosen Eintritt und haben uns ein paar alte Schiffe angeguckt. Nicht wirklich aufregend, aber interessant zu sehen wie beengt die Verhältnisse früher waren. Der Nebel wurde aber nicht besser und so haben wir uns beim Yachthafen auf die Wiese gelegt und uns einfach mal ein bisschen entspannt. Irgendwann glühen die Füße nach so einem Urlaub auch.

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    Zurück ging es dann wieder zum Pier39 etwas essen (die Clam Chowder ist hier allgegenwärtig und wir haben einfach noch eine probiert) und die Seelöwen besuchen. Ist schon ein uriges Spektakel, wie ein paar Seelöwen solche Menschenmassen anlocken. Weiter ging es dann in Richtung Financial District (diesmal mit dem Bus) und ein bisschen Sightseeing Downtowm. An einem Sonntag ist hier echt kaum was los und wir konnten viele Bilder machen. Allerdings hat auch ein Großteil der Starbucks zu und so war nichts mit dem Kaffee. Und wie das im Urlaub so ist: Der Tag ist schnell rum, und wenn die Sonne weg ist, dann wird es auch in den Straßen von San Francisco kalt.

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    Der Montagmorgen fing wieder mit super Wetter an, also haben wir uns mit der BART auf zur Powell Station gemacht. Da ich natürlich auch gerne mit dem Cable Car fahren wollte, mussten wir uns in der Schlange mit anstellen. Die Misses war davon nicht sonderlich begeistert, kann sie doch in etwa so gut warten wie ich. Aber es hat sich gelohnt. Das Cable Car war rappelvoll, mir aber vollkommen egal, weil ich eh außen auf der Plattform stehen wollte. Ein tolles Feeling, wenn man sich da nur festhält und die Hügel rauf und runter fährt.

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    (Sorry für die wilde “Kameraführung, aber ich hatte nur einen Arm ^^)

    Ein kurzer Blick auf die Golden Gate Bridge zeigte dann auch, dass die Brücke nur in leichtem Nebel lag, also haben wir uns die Räder gemietet und sind losgefahren. Los ging es in der Nähe vom Pier 39, entlang der Bay und über die Brücke. Man hätte auch noch weiterfahren können (die Fährentickets ab Salitos gab es dazu, musste man aber nur bei Benutzung bezahlen), wir sind aber nach der Brücke umgedreht. Unterwegs war es ganz schön windig, aber es lohnt sich. Man ist viel näher an der Brücke dran als mit dem Auto. Gedauert hat es auch nur 2 1/2 Stunden, also nicht wirklich lang. (Die Verleihe setzen die Zeit recht kurz an, man kann also lieber Zeit draufrechnen, wenn man sich nicht abhetzen will.)

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    Zum Mittag haben wir uns bei Boudin, einem echten Bäcker, der mit Sauerteig arbeitet, mit Essen versorgt. Den eigentlichen Plan draußen zu essen haben wir dann wieder schnell verworfen, nachdem eine Böe mir den kompletten Salat vom Tablett abgeräumt und quer über den Boden verteilt hat. Während die Misses das leicht belustigend fand, sackte meine Laune kurzfristig in den Keller. Dafür schmeckte immerhin der Rest des Essens. Wenn die Amerikaner wirklich wollen, dann können sie auch guten Sauerteig abliefern.

    Mit der Bimmelbahn sind wir anschließend entlang der Bay dann wieder Richtung Embarcadero gefahren und nochmals kurz durch das Bankenviertel Richtung China Town gelaufen. Das Tor zu China Town, das im Reiseführe groß angekündigt wurde, entpuppte sich dann doch als etwas enttäuschend. Von dort ging es weiter durch Little Italy zum Telegraph Hill, von dem aus man am Coit Tower einen ganz guten Blick über San Francisco hatte. Nachdem wir hoch gelaufen waren, sind wir runter mit dem Bus gefahren, der aber irgend einen technischen Defekt hatte, fürchterlich piepte und immer wieder anhalten musste… So ein Elektrobus ist scheinbar auch nur ein großer Computer. Nachdem der Fahrer einen Stapel Tasten und unzählige Versuche hinter sich hatte, schien er den Reset Button getroffen zu haben. Wir sind trotzdem da angekommen, wo wir hinwollten, nämlich am Washington Square. Dort sind wir ins Cable Car Richtung Powell Station umgestiegen und hätten fast noch einen Unfall mit erlebt, weil ein Auto in einer Kurve noch bei Rot über die Ampel gefahren ist und unser Cable Car an der Seite, an der wir draußen dran hingen, fast gestreift hätte. Das war ganz schön knapp. Sonst hätten wir uns sicherlich gut weh getan. Da das Cable Car ohne Schwung nicht um die Kurve kommen konnte, mussten wir erst mal ein ganzes Stück zurück rollen. Die schwarzen Fahrer des Cable Car haben die ganze Zeit bis zum Fast-Unfall ordentlich Späße gemacht, aber dann zeigte sich auf einmal deren Professionalität. Zu Wissen wann man wo wie Bremsen muss, damit das Cable Car das Auto nicht streift und dann noch den kompletten Verkehr dahinter zu regeln ist schon eine harte Geschichte. Ich hoffe das der Fahrer einen fetten Strafzettel bekommen hat.

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    Dienstag sind wir dann nach einem Frühstück  in der Chopbar in Oakland über das Silicon Valley Richtung Monterey gefahren.

    Obligatorisch war der Halt bei der Garage, in der Hewlett-Packard seinen Anfang nahm. Nichts aufregendes, aber mal zu sehen wo das Silicon Valley begann, gehört für einen Menschen wie mich, der “irgendwas mit Computern” zu tun hat, doch dazu. Und wo wir schon mal da war, sind wir dann auch nochmal am Google Campus vorbeigefahren. Auf der To-Do Liste für nächstes Mal steht auf jeden Fall zu gucken, ob man eine Führung oder etwas ähnliches dort bekommen kann.

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    Anschließend noch ein kurzer Stopp am Apple Campus und im Apple Store noch ein bisschen eingekauft. Zwischendurch konnten wir einen Blick auf den Innenhof des Campus erhaschen und das sah ziemlich nach entspannter Mittagsparty aus. Da zu arbeiten hat zumindest im Sommer seinen Vorteil.

    Weiter ging es dann in Richtung Küste. Wir sind der Route 1 gefolgt, einer toll zu fahrenden Straße am Meer. Man hat fast immer die Küste im Blick und kann immer wieder an kleinen Haltepunkten stoppen und Bilder machen. Selbst bei diesigem Wetter ein tolles Erlebnis.

    In Monterey haben wir uns dann ein Hotel gesucht und sind erst mal auf die dortige Fishermens’ Wharf, wo wir vorzüglich im Isabellas mit Blick aufs Meer gespeist haben. Ich hab mir einen Fisch gegönnt und die Misses hatte ein Stew aus Muscheln und Krabben – inkl. Zange zum knacken der Krabbe. Sah schon ein bisschen lustig aus, wie die Misses mit leicht fragendem Blick davor saß.

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    Wirklich aufregend ist Monterey nicht, hat dafür aber einen gefühlt endlosen Sandstrand, an dem man gut entlanglaufen kann. Anschließend sind wir dann noch am Strand entlang geschlendert.

    Am nächsten Morgen ging es von Monterey dann weiter nach Santa Barbara, wieder entlang einer schönen Küstenstraße. Santa Barbara soll laut unserem Reiseführer die teuerste Wohngegend der ganzen USA sein. Nachdem wir gegen 16 Uhr im Sandmans Inn eingecheckt hatten sind wir erst mal zum County Courthouse gefahren, in dem es per Lift oder zu Fuß auf den 25 m hohen Clock Tower ging, von dem aus man über Santa Barbara blicken konnte. Leider war es gestern recht bewölkt und die Berge rund um diese Stadt leider verhangen. Wir kamen gerade noch rechtzeitig zum Tower, da dieser schon um 16:45 Uhr schloss. Nach einer Stärkung mit Quessadilas und Mochito ging es weiter durch Santa Barbara. Eine wirklich schöne ca. 90.000 Einwohner-Stadt. Wir sind außerdem noch über den Pier geschlendert und dann zurück durch die Innenstadt zum County Courthouse wo unser Auto stand.

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    Unser Hotel für die Nacht war das Sandmann’s Inn. Das Zimmer und das Bad hatten schon ein paar Jahre (und vielleicht ihre besten Jahre) hinter sich, war aber sonst vollkommen in Ordnung.

    Das Frühstück im Sandmann’s Inn in Santa Barbara war wirklich klasse. Die Auswahl ist für ein Budget Hotel wirklich groß, der Frühstücksraum hat nicht diese komische Billigatmosphere und man konnte sogar draußen in der Sonne sitzen. Da die Sonne auch rausgekommen und die Wolken vom Vortag vertrieben hatte, sind wir dann nochmal zum Strand raus, um uns dort bei Sonnenschein umzusehen. Und natürlich wirkte dann alles viel schöner als bei einem Wolkenverhangenen Tag.

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    Von Santa Barbara aus ging es dann weiter die Route 1 in Richtung Los Angeles. Langsam haben wir uns dann dem Malibu Beach angenähert. Je weiter wir nach Los Angeles kamen, desto aufwändiger und vermutlich auch teurer wurden die Strandvillen. Das Auto haben wir dann in der Nähe des Santa Monica Piers abgestellt und haben uns erst mal auf den Pier gewagt. Da war wie immer viel los, aber zu sehen gibt es nicht sonderlich viel. Der Pier in San Francisco bietet da schon deutlich mehr.

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    Also sind wir dann über den Strand in Richtung Venice Beach gewandert. Eine leichte Brise von der See war die willkommen Abkühlung, auch wenn es mit 20°C nicht allzu warm war. Aber die Sonne in ist hier so weit im Süden schon deutlich stärker. Der Venice Beach ist und bleibt ein Sammelsurium komischer Gestalten. Und seit 2010 scheint sich doch noch was geändert zu haben: Marihuana. Wir wurden an jeder Ecke angesprochen ob wir nicht zum Doctor wollten, der uns das Zeug dann verschreiben würde.

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    Alles in allem waren wir nur gut 3 Stunden am Strand, haben uns aber wieder ordentlich den Pelz verbrannt – obwohl wir eingecremt waren. Die Sonne hier hat einfach viel mehr Power und es reicht bei lauen Temperaturen schon eine kurze Zeit und man ist rot.

    Bevor uns zu unserem Hotel aufgemacht haben, sind wir noch ein bisschen durch Beverly Hills gekurvt und haben beim Man’s China Theater gehalten. Schon beeindruckend wie viele berühmte Leute da einen Stern oder Hand- und Fußabdrücke hinterlassen haben. Beeindruckt waren wir, wie ruhig es doch in den Straßen von Beverly Hills abseits der Hauptstraße war.

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    Am vorletzten Urlaubstag hieß es dann nochmal ein bisschen Los Angeles erkunden. LA selbst ist eine verdammt hässliche Stadt, die nicht viel zu bieten hat. Mir ist immer noch unverständlich wie man hier freiwillig leben will.

    Downtown haben wir uns die Hochhäuser angesehen und sind ein bisschen durch die Straßen geschlendert. Nicht so beeindruckend wie New York, aber schon sehenswert. Das Parken kostet allerdings ein kleines Vermögen.

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    Auf jeden Fall gelohnt hat sich der Besuch des UCLA Planetariums. Der Ausblick über LA ist wirklich toll und von hier man einen ungestörten Ausblick auf das Wahrzeichen von Hollywood – wenn man nicht gerade den allgegenwärtigen Smog erwischt.

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    Mehr kann man in LA aber nicht machen, 2 Tage sind schon fast zu viel. Da unser Flieger am nächsten Tag erst gegen 17 Uhr geht und unser Wagen um 14 Uhr an der Mietstation sein muss, gehen wir nochmal eine kleine Runde shoppen (im Shopping Center haben wir nichts gefunden, aber im Ross gegenüber hat die Misses noch schnell ein paar Flipflops, Schuhe und Handtaschen gekauft). Irgendwann haben wir dann aber auch davon genug, und fahren in Richtung Flughafen. So schnell können 22 Tage Urlaub vorbei sein.