Heute morgen hat die FTD einen Artikel rausgehauen, der im Grunde genommen die ganze Zeitungslandschaft mitgeißelt. Der Autor greift nicht nur (zurecht) die EKD an, die sich hinter ihre Sturzbetrunkene Bischöfin Käßmann gestellt hat, sondern verurteilt auch auch gleich noch das niemand den Mut hat zu sagen das sie kein Recht hat nach so einer Aktion im Amt zu bleiben.
Schluss mit dem Verständnis!
Man kann viele Fehler verzeihen. Sogar wenn Bischöfe betrunken Auto fahren. Aber wir sollten endlich wieder den Mut haben, falsches Verhalten auch öffentlich zu ächten. von Stefan Weigel
[...]
Was weniger Respekt verdient, ist allerdings die Haltung der evangelischen Kirche in diesem Fall. "In ungeteiltem Vertrauen überlässt der Rat seiner Vorsitzenden die Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden soll", ließ der Rat der Evangelischen Kirche verlauten. Man stelle sich einmütig hinter Frau Käßmann. Einmütig? Hinter Frau Käßmann? Darf ich mal fragen, warum? Weil man da die Fahne nicht so riecht?
[...]
Denn irgendwann fängt dieses Land an zu verrotten, weil ständig jeder für alles Verständnis hat. Für die armen katholischen Priester, die ja durch den Zölibat geradezu gezwungen sind, sich an Kindern zu vergehen; für den deutschen Mittelstand, den die Steuerpolitik quasi nach Liechtenstein treibt [...] [
Financial Times Deutschland]
Endlich mal ein Kommentar, der sich nach vorne traut und nicht hinter der scheinheiligen Vergebung versteckt. Käßmann hat verdammtnochmal eine Vorbildfunktion und sie hat sich auch so zu verhalten. Sie kann sich nicht einfach ungestraft rotzebesoffen hinters Steuer setzen und die Kirche sich hinter sie stellen.
Käßmann selbst hat das aber zum Glück verstanden und ist zurückgetreten. Sie hat mehr Rückrat als ihre ganzen Kollegen, die eigentlich nach vorne hätten gehen müssen. Man stelle sich mal vor, was passiert wäre, wenn ein Kind bei der Rotlichtaktion zu Schaden gekommen wäre.
Kommentare