• Tag 3 – es wird

    June 18, 2013

    So langsam nimmt alles Form an. Es fehlt noch einiges, aber immerhin können wir uns zwischen den Kartons wieder bewegen. Ich habe ja immer noch die Stille Hoffnung, das wir bis Ende der Woche 85% der Kartons weg haben.

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    Auf Wiedersehen Gütersloh

    June 14, 2013

    Gütersloh bei Nacht, Mai 2012Heute ist es soweit. Wenn diese Zeilen auf dem Blog erscheinen, dann sitze ich vermutlich schon im LKW, habe meine Möbel hinten auf der Laderampe und fahre damit nach Dortmund.

    Damit schließt sich dann auch ein Kapitel meines Lebens. Die letzten (fast) 12 Jahre habe ich hier in Gütersloh gelebt. Ich bin mit der Wahlheimat lange nicht warm geworden. Das mag vielleicht daran liegen, dass der Sauerländer und der Ostwestfale sich gar nicht mal so unähnlich sind: Beide sind Dickköpfe und nicht die Kontaktfreudigsten Menschen. Aber die Schuld nur bei den Eingeborenen zu suchen wäre falsch, das lag natürlich auch mit an mir. Es dauert einfach ein bisschen, bis wir uns näher gekommen sind, dieses Gütersloh und ich. Bis heute kann ich aber auch sagen, dass ein ganz großer Teil meines Freundeskreises hier nicht-Ostwestfalen sind. Wahrscheinlich teilen wir alle unbemerkt das gleiche Schicksal und haben uns so zusammengefunden.

    Es war trotzdem eine schöne Zeit hier. Gütersloh ist zwar im eigentliche Sinne eine Stadt, aber am Ende immer noch ein Dorf. Hier ist alles ein bisschen ländlicher, ruhiger und entspannter. Die Bewohner überstürzen nichts, vor allem nicht wenn der Winter kommt. Die Sommerreifen sind ja noch gut, warum sollte man für die 3 Flocken auf Winterreifen wechseln. Morgen ist der Schnee ja wieder weg. Aber zur Sicherheit fährt man dann mal nur 20 km/h statt der erlaubten 50 km/h.

    Wirklich schön ist der Stadtpark. Es kann zwar schonmal vorkommen, dass man eine Horde von Britischen Soldaten, die im Sprint um den Ententeich hechten, fast überrannt wird, aber dort spazieren gehen ist einfach nur schön. Oder zum Joggen. Direkt vor der Haustür.

    Ich habe in den letzten 12 Jahren hier viele Menschen kennengelernt. Ob bei der Arbeit oder privat, das war eigentlich egal. Da war viel lachen dabei, manchmal auch etwas leiden und auch ein Abschied. Aber so ist das Leben eben, es hält einen bunten Blumenstrauss von Dingen für einen bereit.

    Ganz verlassen werde ich aber Gütersloh vorerst nicht. Den Job habe ich erstmal behalten, einfach weil er zuviel Spaß macht und mir eine gewissen Flexibilität bietet. Ich bin gespannt wie sich das mit dem Pendeln und dem Zug entwickeln wird. Vielleicht finde ich ja auch noch eine Fahrgemeinschaft, aber alleine mit dem Auto lohnt das nicht.

    UnbenanntJetzt wartet eine neue Stadt auf mich. Neue Herausforderungen, neue Menschen, eine komplett neue Umgebung. Mal sehen was so in dieser Stadt passiert. Ich bin schon gespannt.

     

    Bedrohung von Gesellschaften

    June 10, 2013

    “Es gibt etwas, was sich Twitter nennt – eine Plage. Die größten Lügen sind hier zu finden”, sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdo?an in einer Fernsehsendung des bekannten türkischen Journalisten Fatih Altayli am Sonntag. “Für mich sind die sozialen Medien die schlimmste Bedrohung von Gesellschaften”. [heise.de]
     

    Alles, was die alten Strukturen bedroht, ist eine Bedrohung der “Gesellschaft”. Alles, was alte Machtansprüche, die nicht mehr haltbar sind, ins Wanken bringt, ist eine Bedrohung der “Gesellschaft”.

    Ist es in der Geschichte der Menschheit nicht immer so gewesen, dass etwas neues die alte Ordnung bedroht hat? Das etwas kommen musste, um die alten Herrschaftsschichten zu brechen und Platz für etwas neues zu machen.

    Ich finde seit jeher drückt der Satz “Das ist eine Bedrohung für die Gesellschaft” die Angst der Alten aus, die sich mit letzter Kraft an ihre Machtansprüche klammern.

    Handeln

    June 6, 2013

    Weil ich demnächst umziehe habe ich ein paar meiner Sachen bei ebay Kleinanzeigen reingestellt.
    Das Ergebnis ist z.T. ernüchternd, manchen Menschen ist offenbar geschenkt noch zu teuer. Aber was solls, bei manchen Dingen würde mich die Entsorgung teurer kommen, als wenn es jemand abholt.

    Heute ist dann auch die Schrankwand abgeholt worden. Das die beiden in ihrem Abbau Wahn 2 Teile vergessen haben, ist halt ihr Problem. Ich hab schnell genug angerufen, aber sie wollen erst morgen wiederkommen. Mit den Fahrkosten haben sie vermutlich schon genug bezahlt.

    Und dann waren da noch die beiden Lautsprecher. Eigentlich ziemlich gute Teile, aber viel zu klobig fr die neue Wohnung. Das neue Kinosystem ist schlank und sieht auch deutlich besser aus.
    Dafür, dass die beiden Lautsprecher mal richtig viel Geld gekostet haben, habe ich sie trotzdem nur für 40€ (das Paar) reingesetzt. Irgendwann schrieb mich einer an, er würde sie für 30€ nehmen. Okay, habe ich mich drauf eingelassen. Dann kam er an, wäre ja nur für einen Onkel gewesen! Der würde nur 20€ zahlen wollen, weil er nur was damit testen will. Ja, ist ja nicht mein Problem. Aber gut. für 20€ sind sie weg und ich muss nichts zum Schrott bringen. Aber ich wusste auch schon, das er nochmal hier versuchen würde zu handeln.
    Eben stand er hier. Versuchte etwas zu finden, mit dem er noch runterhandeln kann. Aber ich bin hart geblieben. Ist mir ehrlich gesagt auch egal. Er ist eine Strecke gefahren um die Dinger zu holen, also muss er Interesse haben. Er wollte dann 15€ geben. Er wäre ja nicht sicher ob sie funktionieren. Ich hab ihm dann gesagt, er dürfe morgen wiederkommen und sich das Geld abholen, wenn sie nicht funktionieren. Aber ich würde sie wegschmeißen, wenn er sie nicht für 20€ nimmt. Das wäre mir jetzt egal.
    Ich hab jetzt hier 20€ liegen. Mal gucken ob er morgen anruf.

    Einpacken

    May 16, 2013

    Die Zeit fliegt jetzt dahin. Vor ein paar Wochen haben wir den Mietvertrag für unsere Wohnung unterschrieben. Seitdem sind wir viel durch Möbelhäuser gegangen, haben uns viele Dinge angesehen und bisher leider doch nur für das wenigste entscheiden können. Irgendwie war bisher nicht das richtige dabei, nichts was sich richtig anfühlte. Und Kompromisse will ich eigentlich nicht mehr machen.
    Nebenbei heißt es alles einzupacken. Durch all die Dinge zu wühlen, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben. Vieles aussortieren, von einem ganzen Stapel Bücher trennen. Die Stadtbibliothek Gütersloh freut sich auf jeden Fall schon über eine größere Bücherspende.
    An 4 Abenden ist die halbe Wohnung zusammengepackt. Am Ende ist es erschreckend wie viele Kartons man braucht, um alles zusammen zu packen. Viel mehr Zeit nimmt die ganze Organisation in Anspruch. Möbellift und einen LKW leihen, Genehmigungen besorgen, Stromanbieter auswählen.

    Meine größte Sorge ist, dass am Umzugstag alles länger als gedacht dauert. Egal wieviel ich vorbereite. Das wir in Dortmund nicht genug Leute zum Ausladen haben und es dann alles ewig dauert.