• Das Smartwatch Prinzip

    June 19, 2015

    IMG_4055.JPGSeit gut 2 Wochen habe ich eine Apple Watch. Nicht das ich in die Verlegenheit gekommen wäre, mir dieses Ding im Laden zu kaufen. Nein, bei einem Einstiegspreis von 399€ für das 38mm Apple Sport Watch Modell, käme mir das nicht mal Ansatzweise in den Sinn. Für den Preis kann ich mir eine ziemlich schicke analoge Uhr kaufen. Ich habe die Uhr schlichtweg bei einem Gewinnspiel gewonnen.

    Das Einrichten der Uhr ist ehrlich gesagt ziemlich “Apple” einfach. Uhr starten, App auf dem iPhone installieren, Uhr vor die Kamera des iPhone halten und schon sind die beiden Geräte miteinander verbunden. Einfacher geht es kaum.

    Aber da sind wir auch schon bei dem Knackpunkt: Ohne iPhone ist die Uhr initial nicht zu nutzen. Erst wenn man beide Geräte miteinander verbunden hat, dann sind die Funktionen nutzbar. Man kann auf die Apps zugreifen, Sportfunktionen nutzen, Benachrichtungen lesen, etc. Aber selbst wenn man im Tagesbetrieb das Handy mal daheim liegen lässt, ist die Uhr wieder nur dafür gut, dass sie die Uhrzeit anzeigt oder den Puls misst. Für eine Distanzmessung beim Sport braucht es schon wieder das GPS des iPhone. (Es geht auch nach ein paar mal benutzen ohne, aber dann wird die Distanz geschätzt. Und die Fehlertoleranz steigt dann beträchtlich.)

    Beim Joggen ist der Pulsmesser ganz hilfreich, aber wie genau die Messung im Gegensatz zu meinem Polar Brustgurt ist, vermag ich nicht zu sagen. Beide Geräte haben unterschiedliche Pulsdaten angezeigt, es lagen immer ein paar Schläge auseinander. Vielleicht liegt das aber auch einfach nur daran, dass mein Pulsgurt schon ziemlich alt ist. Die Vitalfunktionen, die sich mit der Uhr aufzeichnen lassen, sind noch recht beschränkt. Der Puls wird neuerdings nur noch im Ruhezustand gemessen und sonst versucht man sich am Schrittzähler oder daran den Anwender zu erinnern, das man doch bitte aufstehen soll.

    Der Schrittzähler ist beliebig ungenau. Eine Runde Wohnung putzen sorgt dafür, dass der Schrittzähler sprunghaft ansteigt. Da ist mein Jawbone UP Move doch irgendwie genauer (auch wenn der immer noch eine interessant hohe Fehlerrate hat). Man kann auch einstellen, dass man aufgefordert werden will 1x pro Stunde aufzustehen. Ich weiß nicht wie genau das Ereigniss dann gemessen wird, aber wirklich gut ist es nicht. Ich hab diese Woche die Aufforderung ein paar mal im Auto bekommen. Da ich nicht sofort anhalten konnte (ich stand mal wieder im Stau), habe ich es einfach mal ignoriert. Und ein paar Minuten später – Zack! – war das Aufstehen erfolgreich. Ich vermute, dass es irgendwie mit der Armbewegung zusammenhängt und daher beliebig ungenau ist. (Ja, ich hample relativ viel im Auto rum…) Da passen dann die Ergebnisse nicht ganz zu dem, was man wirklich am Tag gemacht hat.

    Wirklich überzeugt hat mich das Konzept “Smartwatch” jetzt noch nicht. Die Uhr ist nicht sonderlich schön, asymmetrisch (die Krone gehört mittig, basta!) und das Design der Ziffernblätter ist mehr als dürftig. Aber mit dem nächsten Apple Watch OS Release im Herbst soll laut Apple ja alles besser werden.

    Es ist nett während der Fahrt auf eine Nachricht mit einer schnell diktierten Antwort reagieren zu können (mein Handy ist immer gut in der Mittelkonsole eingeklinkt, wo man es nicht sieht) oder zu bemerken, dass man eigentlich schon wieder viel zu lange sitzt. Wirklich richtig nerven tut der Ladezyklus. Gestern Abend hatte ich die Uhr scheinbar nicht ganz sauber auf den Ladepunkt gelegt (die Uhr wird per Kontaktlosem Gegenstück geladen) und das nicht bemerkt. Im Büro kam dann die Meldung “Low Battery” und ich musste die Ihr in die Gangreserve schalten. Auf Knopfdruck sieht man dann zwar noch die Uhrzeit, aber mehr geht dann auch nicht mehr. Wenn man also das Ladekabel mal vergisst, dann steht man ziemlich dumm da.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Eigentlich wollte ich die Uhr sofort wieder verkaufen. Nach gut 2 Wochen tragen bin ich aber immer noch nicht vollständig von dem Konzept überzeugt. Ich werde die Uhr aber trotzdem erstmal weiterbehalten und auf das neue OS warten. Wenn das dann nicht den richtigen Schub nach vorne bringt, kommt die Uhr auf den freien Markt und darf jemand anders glücklich machen.

    Liebe Autohersteller

    March 31, 2015

    … manchmal frage ich mich ja ernsthaft, was Euch beim Design der Autos so einfällt. Es geht mir dabei weniger um das Aussendesign, darüber kann man vortrefflich streiten, sondern um euer “User Interface”. Die Schnittstelle, die zwischen Auto und Mensch steht. Wo früher nur ein Lenkrad und ein Tacho war, findet sich heute schonmal ein ausgereifter Computer (der einfach nur nicht so aussieht).

    Ich finde die Entwicklung ja gut, denn mittlerweile kann man ja auch im Auto telefonieren, Spotify hören und dabei noch relativ elegant um den Stau herum navigieren.

    Allerdings sind diese Bordcomputer ja auch dafür gedacht, dass man sie während der Fahrt “blind” bedienen soll – es bringt ja nix, wenn ich von der Straße weggucken muss, um eine Taste zu treffen.
    Gut gelöst hat man das z.B. bei BMW. Da liegt der Multifunktionscontroller rechts vom Ganghebel, ist also gut zu bedienen.

    cosySec

    Oder bei den Schwaben von Mercedes: Da hat man den Ganghebel gleich ganz wegrationalisiert (braucht eh kein Mensch) und den Controller mittig positioniert.

    iris

    Wo man aber scheinbar völlig versagt, ist der VW Konzern. Dort setzt man beim aktuellen Passat immer noch auf den einen Touch Screen (schonmal versucht während der Fahrt eine Taste auf dem Bildschirm zu treffen?). Noch schlimmer ist es dann nur noch bei Audi: Dort positioniert man scheinbar im nächsten A4 den Controller hinter dem Ganghebel:

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    Man kann also nicht einfach den Arm auf der Armlehne auflegen und an dem Controller drehen, sondern muss immer über den Ganghebel hinweg greifen. Ich überlege schon wie man es während der Fahrt schaffen soll die Nummerntasten zielgenau zu treffen.

    Ich frage mich ja echt, ob die Designer oder Ingenieure zwischendrin mal testen und überlegen wie man sowas sinnvoll gestalten kann, oder irgendwelchen Vorgaben folgen. In einem Praxistest muss sowas doch auffallen…

     

     

     

    Wolkenmaschine

    February 3, 2015

    Heute habe ich den Ort gefunden, an dem die Wolken gemacht werden.

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    Gefunden irgendwo in Baden Würtemberg.

    Modernes Theater

    December 27, 2014

    Theater habe ich immer für eine hohe Kunstform gehalten. Eine Kunstform, die Unterhalten will und soll, aber auch zum Nachdenken anregen soll.

    Nach dem Umzug in die Großstadt, die ein Theater und Schauspielhaus ihr Eigen nennen kann, stand das auf der “auszuprobieren” Liste. Für unser erstes Mal im Theater hatten wir uns für ein “Modernes Rockmärchen mit Livemusik” entschieden: “Republik der Wölfe“. Der Text auf der Webseite versprach nichts genaues, aber klang irgendwie gut, zumal Livemusik dabei sein sollte.

    Regisseurin Claudia Bauer (zuletzt in Dortmund mit Welt am Draht) und der Musikalische Leiter des Schauspiel Dortmund Paul Wallfisch rufen gemeinsam mit dem Schauspielensemble die REPUBLIK DER WÖLFE aus – und katapultieren Dornröschen, Aschenputtel, Rotkäppchen (und viele mehr) in einer großen Collage in unsere urbane Gegenwart. 

    Wir hatten ehrlich gesagt keine genaue Erwartung, nur die Idee, das es hoffentlich ein gutes Stück sein sollte.

    Verlassen haben wir das Theater mit dem Gedanken “Welche Zeitverschwendung”. Man konnte zwar die alten Märchen erkennen, aber für meinen Geschmack war es viel zuviel Kunst und zu wenig Unterhaltung. Ich hab nicht erwartet, dass mir fertige Kost vorgesetzt wird, aber etwas derart überdrehtes habe ich nicht erwartet. Wenn ich mir die Handlung selbst zusammenreimen muss, dann hört der Spaß doch auf.

    Ich hab ja immer gehofft, dass es nur das eine Stück war, und das andere besser wären. Wie es der Zufall wollte, haben wir von einem Freund Karten bekommen, um uns noch ein Stück ansehen zu können: “Hamlet“. Ein Stoff, den ich nie komplett gelesen habe, aber der mich immer interessiert hat. Was kann an einem klasssichen Stoff also falsch sein.

    Nach dem Stück sind wir wieder aus dem Theater raus mit dem Gedanken “Was für eine Zeitverschwendung”.
    Das komplette Stück fand hinter eine schwarzen Wand statt und wurde auf eine Videoleinwand übertragen. Im Stück treten Ernie und Bert auf, die Szenen werden durcheinander gewürfelt. Alles ist irgendwie auf eine Metaebene gehoben worden und am Ende treten Wum und Wendelin. Zwischendrin haben etliche Besucher den Saal verlassen und man konnte den Leuten um uns herum ansehen, wie begeistert sie von dem Stück waren.
    Die Leistung der Schauspieler war einwandfrei, aber die Umsetzung des Stück war einfach nur grauselig. Zuviel Multimedia und Moderne, zu wenig Theater.

    Nachdem 2 von 2 Stücken (aus unserer Sicht) einfach nur chaotisch und grausig waren, steht für uns fest, das modernes Theater nicht mehr unser Ding wird. Vielleicht versuchen wir mal noch wirklich klassisches Theater, aber diese modernen Umsetzungen können uns nicht mehr anlocken.

    Der Tag wird kommen

    November 3, 2014

    All ihr homophoben Vollidioten, all ihr dummen Hater
    All ihr Forums-Vollschreibeer, all ihr Schreibtischtäter
    All ihr miesen Kleingeister mit Wachstumsschmerzen
    All ihr Bibel-Zitierer mit euer’m Hass im Herzen
    All ihr Funktionäre mit dem gemeinsamen Nenner
    All ihr harten Herdentiere, all ihr echten Männer
    Kommt zusammen und bildet eine Front
    Und dann seht zu was kommt

    Und der Tag wird kommen an dem wir alle unsere Gläser heben
    Durch die Decke schweben, mit ‘nem Toast den hochleben lassen
    Auf den ersten, der’s packt, den Mutigsten von allen
    Der erste, der’s schafft
    Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern
    Jeder liebt den, den er will und der Rest bleibt still
    Ein Tag, als hätte man gewonnen
    Dieser Tag wird kommen.

    Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen.

    Weil man es für seine Jungs einfach nicht oft genug sagen kann.