• Geschichten von der Autobahn

    June 4, 2014

    Bei manchen Geschichten muss man ja aufpassen, wann man sie publiziert. Nicht alles ist dafür gemacht, dass man es direkt ins Internet stellt, denn man weiß ja nie, ob ein falsch gewählter Satz falsch gedeutet werden könnte. Das manches einfach nicht zu 100% so passiert ist, weiß eigentlich jeder, der sich schon ein paar Tage im Internet bewegt. Das Deutsche Rechtssystem ist da aber vermutlich deutlich unentspannter. Daher taucht diese Geschichte erst mit deutlicher Verspätung auf.

    Es begab sich also eines schönen Morgens, an dem ich mit einem Leihwagen auf dem Weg zurück zur Firma war. Der Tag hatte gerade erst begonnen, und auf der Autobahn waren schon etliche Autos unterwegs. Das Auto, dass man mit bei Sixt ein paar Tage vorher gegeben hatte, war nicht schnell. Eine Mercedes B Klasse mit 122 PS. Nichts schnelles, aber in soweit bequem. Ausgestattet mit dem allernötigsten und einer Spartaste, damit das Auto noch langsamer fährt ein wenig Benzin Sparen kann. Die Sonne stand noch tief am Himmel, als ich fast an der Firma angekommen war.

    Ich kann mich bis heute erinnern, das irgendwo gegen Ende der Strecke ein Auto auf dem Mittelstreifen fuhr, während links und rechts alles frei war. Und ich meine jetzt nicht frei im Sinne von “In Höhe des Autos” sondern locker einen Kilometer davor und dahinter. Vielleicht auch etwas weniger, aber so, das es keinen Sinn machte in der Mitte der Autobahn zu fahren. Ich hab dann den Blinker benutzt (ist euch schonmal aufgefallen, dass ein ganzer Teil der Deutschen Autos dringend in die Werkstatt muss, weil ihr Blinker beim Spurwechsel scheinbar nicht funktioniert?) um von der rechts über die mittlere Spur auf die linke zu wechseln, habe den Wagen überholt und bin wieder zurück auf die rechte Spur. Wir schon gesagt, das Auto war nicht schnell, ich tippe mal ich war mit 140 km/h unterwegs. Mit gedrückter Eco Taste brauchte der Wagen gefühlt 10 Kilometer, bis er auf 160 km/h angekommen war, was sich nicht wirklich lohnt, wenn man alle paar Kilometer im Berufsverkehr verzögern muss.

    Ich habe auch nicht weiter darüber nachgedacht, so einen Überholvorgang macht man auf einer Autobahnfahrt ja mehr als einmal.

    Ein paar Kilometer später bin ich dann runter von der Autobahn und an die Tankstelle gefahren, denn schließlich muss so ein Leihwagen vor der Rückgabe betankt werden.
    Da stehe ich also an der Tankstelle. Die Sonnenbrille auf den Augen, noch keinen Kaffee gehabt und die Zapfpistole in der Hand. Das Benzin fließt durch den Schlauch und ich beobachte den Verkehr, der sich an der Tankstelle vorbeiquält. Da höre ich eine Stimme. Ich bin im ersten Moment verwirrt, denn Stimmen höre ich eigentlich nicht einfach so. Aber vor dem ersten Kaffee war ich mir da nicht so sicher.
    Die Stimme wünschte mir einen guten Morgen. Als ich mich umgedreht hatte, sah ich dann auch woher die Stimme kam. Da stand ein Mann. Ich hab ihn dann zurück gegrüßt und mir im ersten Moment gedacht, dass es ein Tourist wäre, der nach dem Weg fragen wollte – wohin auch immer.
    Auf den zweiten Blick kam mir das dann aber irgendwie komisch vor. Ein Tourist in Gütersloh um die Uhrzeit? Höchst unwahrscheinlich. Und der Mann sah auch noch etwas aufgeregt auf. Seine nächsten Worte zeigten mir dann auch, dass ich total falsch gelegen hatte.
    “Ich werde Sie anzeigen!”
    Ich glaube wenn man sich die Szene von außen angesehen hat, dann muss das urkomisch ausgesehen habe. Auf der einen Seite ein Mann, der vor lauter unterkoffenierung (schreibt man das so?) nicht weiß wie ihm geschieht und auf der anderen Seite ein leicht aufgeregter Mensch, der nicht weiß wohin mit seiner Wut.
    Als ich mich dann gesammelt hatte, hab ich ihn dann noch gefragt “Warum?”.
    “Sie haben mich rechts überholt! Mit locker über 200 km/h!” Er wäre mit knapp 180 km/h auf der mittleren Spur unterwegs gewesen.
    Ich wusste in dem Moment ehrlich nicht, ob ich laut auflachen sollte oder irgendwie die versteckte Kamera ist.
    Der Mann hat dann behauptet ich hätte ihn mit Lichthupe auf der Autobahn “genötigt” und ihn anschließend rechts überholt.
    Auf meine Rückfrage “Wirklich rechts?” wiederholt der Fahrer seine Aussage. Ich habe ihm dann mitgeteilt, dass ich niemals rechts überhole, wir hätten hier ja keine amerikanischen Verhältnisse.
    Als er sich dann zu seinem Wagen umdrehte und seine Beifahrerin ranginge, schwante es mir. Das Auto sah so aus wie das Auto, dass ich überholt hatte und auf der mittleren Spur gefahren war.
    Die Beifahrerin wirkte ein wenig genervt, als er seine Meinung wiederholte, dass ich rechts übeholt hätte und durch meine Fahrweise ihn und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet habe. Seine Beifahrerin hat nur leicht genickt, aber es war ihr gefühlt peinlich an der Tankstelle mit dem Fahrer zu stehen.

    Mittlerweile war der Tank vom Auto voll und ich war es Leid mir den Qutasch anzuhören. Ich hab ihm dann gesagt das eine falsche Aussage durchaus strafrechtlich relevant sein kann, die Anstiftung zur Falschaussage ebenfalls und ihm dann den Weg zur Polizei erklärt. Das war mir an diesem Punkt einfach zu blöd und ich hab ihn dann stehen lassen. Schließlich wollte das Benzin noch bezahlt werden und ich mir endlich meinen Kaffee von der netten Tankstellenfrau geben lassen.

    Von der ganzen Sache habe ich nie wieder etwas gehört.

    Reisebericht New York/Florida 2014

    April 30, 2014

    So langsam versinkt dieser Blog nur noch in Reiseberichten…

    Eigentlich war vor dem letzten Urlaub in Singapur und Thailand schon klar, das wir möglich in der kalten Jahrestzeit wieder weg mussten. Da Asien gebucht war, stellte sich die Frage, in welche Richtung es im nächsten Urlaub gehen sollte.Eigentlich nur ein warmes Ziel in Frage. Oder zumindest eines der Ziele sollte im warmen liegen.

    Da bei mir noch ein Sixt Double Upgrade Gutschein rumlag, lag es eigentlich nahe ein Ziel zu buchen, das wir auch mit dem Mietwagen besuchen würden. Irgendwie kamen wir dann wieder auf die USA. Leider ist das Sixt Netz dort noch nicht so gut ausgebaut und die Ziele dadurch etwas begrenzt. Letztendlich haben wir uns dann für Florida entschieden. Für mich war klar, das ich vorher noch gerne über New York fliegen würde, da ich dort 2 Freunde habe, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. New York ist ja immer eine Reise wert.

    Wie immer standen am Anfang die Flüge. Klar war eigentlich nur, dass wie Ostern wieder zu Hause sein wollten, um auch noch ein paar Tage für die Familie zu haben und das Jetlag auskurieren zu können. Am Ende hatten wir denn Flüge bei United Airlines gefunden. Die Flüge von Deutschland nach New York wurden dann sogar von Lufthansa durchgeführt, was mir persönlich ja lieber ist, als die Amerikanischen Fluglinien.

    Als ziemlich schwierig stellte sich die Wahl des Hotels heraus. Ich schlafe ja gerne in guten Hotels, denn Urlaub ist auch ein wenig Luxus. Aber was für Preise in New York aufgerufen werden, ist schon ziemlich fies. Ich hab mehr als ein paar Abende vor dem Rechner verbracht, um etwas vernünftiges zu finden. Eine große Hilfe war dabei Tripadvisor. Ich habe während der Reise festgestellt, das man defintiv nicht jeder Bewertung glauben darf und viele davon auch mit einem kritischen Blick betrachten muss. Allerdings geben sie eine ganz gute Richtung vor. Letztendlich hatten wir ein Hotel gefunden, das auch einigermaßen bezahlbar war.

    Los ging es dann in Düsseldorf mit einem neuen Flieger (genannt “Viersen”) der Lufthansa. Der Flieger roch innen noch ziemlich neu und selbst die Stewardessen schienen sich mit dem Equipment noch nicht so ganz auszukennen. Ich werde mich wohl nie an diese “Tagflüge” gewöhnen. Man steht morgens auf, steigt in den Flieger, verbringt den Tag in dem Teil und steigt (gefühlt Abends) wieder aus. Am Ziel ist es aber erst früher Nachmittag und man will eigentlich nur schlafen. Im Flieger schlafen ist schwierig, weil man ja eigentlich ausgeruht ist. Schlaftabletten sind auch nicht hilfreich, schließlich muss man am Ziel ja fit sein und den Tag noch irgendwie rumbekommen. Bei einem 7 Stunden Flig bin ich mir dann auch nie sicher, wie lange die Tabletten wirken…

    Gelandet sind wir in Newark, der zwar zu den Flughäfen von New York gehört, aber nicht mehr im Bundesstaat New York liegt. Da ich diesmal die Vorbereitung nicht ganz so akribisch durchgeführt habe wie sonst, sind wir mit dem Taxi nach New York rein – der einfachste Weg, aber leider auch ziemlich teuer. Mit Trinkgeld waren wir dann bei rund 150$, was schon ziemlichen Luxus darstellt. Billiger geht es auf jeden Fall mit dem Supershuttle, das wir auch auf dem Rückweg genutzt haben. Das kruvt dann zwar je nach Auslastung erst eine Stunde durch Manhattan bis man an seinem Ziel ist, aber das lässt sich ja verkraften. Hinterher ist man immer schlauer :-)

    Nachdem wir dann unsere Koffer abgestellt hatten, haben wir uns direkt wieder auf den Weg gemacht. Die Verpflegung bei der Lufthansa ist zwar nicht schlecht, aber macht auch nicht so richtig dauerhaft satt. Zum Glück gibt es in New York ja mehr als eine Gelegenheit um sich den Bauch vollzuschlagen. Nach ein bisschen umherlaufen hatten wir dann auch einen Diner gefunden, der nett aussah. Die Burger schmeckten und waren preislich auch völlig im Rahmen. Es geht also nicht nur teuer ;) Den Rest des Abends haben wir uns dann mit einem Freund im Central Park zugebracht. Einfach nur rumlaufen, Bilder machen und die Squirrels beobachten ;)

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    “Jetlag ist, wenn man Morgens um 4 Uhr wach wird und bis zum Frühstück sind es noch 2 Stunden”. Der Satz galt diesmal zum Glück bei uns nicht, dafür hatte der lange Abend gesorgt. Also mussten wir nicht auf Frühstück warten und konnten damit dann auch relativ zügig starten. Eine kleine Runde durch den Central Park und dann die berühmte 5th Avenue runter. Und der erste Stop gleich im Trump Tower. Ziemlich beeindruckend von innen, aber noch viel wichtiger war der Starbucks. Ohne Kaffee geht Morgens gar nichts… Ich kann ja auch relativ wenig mit dem Starbucks Bashing anfangen. Klar, der Kaffee dort ist vielleicht nicht der beste, aber wer sich zu Hause Tchibo und Co in die Maschine wirft, diskutiert da auf der falschen Ebene. Für mich ist der frisch gebrühte Kaffee immer noch mit die beste gleichbleibende Qualität weltweit.

    Weiter die 5th runter, eine Runde durch die “St. Patricks Cathedral“, die aber im Moment innen leider aufwendig restauriert wird. Daher kann man nicht ganz so viel sehen, da dort viel Baugerüst steht. Macht aber nichts, man kann auch so erahnen mit welchem Glanz diese Kirche aufwarten kann. Und eine Kerze anzünden geht auch immer.
    Der nächste Stop war dann “Top Of The Rock“, die Aussichtsplattform auf dem Rockefeller Center. Bei blauem Himmel und Sonnenschein ein grandioser Ausblick über den Central Park, der leider noch sehr grau war. Aber nach dem New Yorker Winter (ich glaube der Kollege hat noch nie soviel Schnee geschaufelt wie im Winter 2013/14) ist das auch kein Wunde, denn Morgens lag die Temperatur auch kaum über 6°C.

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    Der Vorteil von New York aus meiner Sicht ist, dass man sich eigentlich alles erlaufen kann. Man kann an vielen Stellen die Ubahn oder Taxis nutzen, aber bei gutem Wetter ist das eigentlich Verschwendung. Man übersieht dann viel zu schnell die kleinen Ecken der Stadt. Wenn man die 5th Avenue weiter läuft, dann kommt man irgendwann am Flat Iron Building vorbei, dem angeblich schmalsten Gebäude der Welt. Davor ist ein Platz mit vielen Stühlen und Tischen, der zu einer Pause einlädt. Bei gutem Wetter auf jeden Fall einen Halt wert (kostenloses WLAN gibt es übrigens auch).
    Wir sind dann die 5th weiter runter zum Washington Square. Ist schon interessant wie schnell man in New York in einen relativ ruhigen Park kommt. Die Straßen rundherum sind schon deutlich ruhiger als in Little Italy oder Chinatown und der Park selbst lädt zum Pause machen ein. Wenn man weiter geht, kommt man an den Gebäuden des NYU Campus vorbei. Kurz nach dem Campus hört dann die übliche Nummerierung der Straßen auf und es gibt wieder Straßennamen. Das ist der Punkt, an dem ich jedesmal wieder aufgeschmissen bin, die ganzen Namen kann ich mir nicht merken.

    Weiter ging es dann durch den Financial District, vorbei am One World Trade Center (ein ziemlicher Gedenkklotz, den man dort hinbaut) zur Staten Island Ferry. Bis heute die günstigste Möglichkeit an der Freiheitsstatue vorbeizufahren – die Fahrt kostet keinen Cent. Eine Frau auf der Fähre hat uns erzählt, das es mal eine Zeit gab, zu der jeder Nutzungstag 50 Cent kosten sollte. Das konnte sich aber nie durchsetzen, vermutlich weil die ganzen Touristen es dann nicht mehr genutzt haben (oder deutlich weniger) und die Pendler sich aufgeregt haben (schließlich setzen pro Wochentag bis zu 60.000 Leute mit der Fähre in beide Richtungen über).
    Im Idealfall setzt man von Manhatten einmal über, rennt dann mit etlichen anderen Touris vom Anlegesteg wieder auf die nächste Fähre am Ablegesteg und ist einer knappen Stunde einmal rumgefahren.

    Im Financial District sind wir dann über einen TGI Fridays gestolpert. Nichts besonderes, aber der Burger war lecker. Was einem allerdings den Hunger versauen kann, sind die Kalorienangaben auf der Speisekarte. Wenn man sieht, dass man damit fast die Hälfte seines Tagesbedarfes deckt, dann kann einem fast der Appetit vergehen (aber auch nur fast). Ist halt eben doch alles Fett was glänzt.

    Der nächste Tag war dann leider nicht mehr ganz so sonnig wie der vorherige. Wir blieben zwar bei unserem Plan die Brooklyn Bridge zu besuchen, aber bei bedecktem Himmel ist das irgendwie alles nur halb so schön. Von der Brookly Bridge hat man auf jeden Fall einen tollen Ausblick auf die Skyline, allen vorran auf das Woolworth Building. Nach der Bridge wollten wir eigentlich nochmal durch Chinatown und Little Italy gehen, wurden dann aber vom Regen überrascht. In New York hat man aber den Vorteil, das es an jeder Ecke eine Fluchtmöglichkeit gibt: Starbucks. Immer ein trockener Unterstand, Kaffee und WLAN. Nach einer guten halben Stunde war den Regen dann auch fast vorbei und ein paar einzelnen Tropfen gewichen. Damit ließ es sich wunderbar leben und wir zogen weiter.
    Chinatown in New York sieht genau so aus wie in San Francisco oder Singapur. Lauter kleine Läden, die entweder Lebensmittel oder irgendwelchen Kram, den eigentlich kein Mensch braucht, verkaufen. Klein, wuselig und voller Menschen. In New York verdängt Chinatown langsam Little Italy. Wo die älteren Reiseführer noch die Stadtgrenzen relativ scharf ziehen, sieht man zwischen den ganzen Italienischen Restaurants immer mehr Chinesische Läden. Ich würde mal vermuten, dass es in ein paar Jahrzehnten dort nur noch vereinzelt Italienische Restaurants und ein ganz paar Designer geben wird.

    Weiter ging es in Richtung Macy’s, dem angeblich größten Kaufhaus der Welt. Als ich das letzte Mal in New York war, war es im November. Da hatten sie im Macy’s eine prachtvolle Weihnachtsdekoration aufgebaut. Diesmal konnte man dort eine Blumendeko bestaunen. Höhepunkt (aus meiner Sicht): Das Kleid aus Rosen. Im Macy’s selber herrschte aber gefühlt das Armageddon. Die Touristinnen rannten zwischen Kleidern und Schuhen herum, es wurden Berge von Kartons und Tüten aus dem Laden geschleppt. Wir sind dann ziemlich schnell weiter in Richtung Times Square weiter. Tagsüber ist das ziemlich unspektakulär, aber wir wollten eh Abends nochmal wiederkommen. Am Times Square liegt auch der M&Ms Store. Ein riesiger Laden mit jeder Menge Kram, aber vor allem wegen der bunten M&M interessant. Für ordentlich viel Geld kann man sich hier eine eigene Tüte mit Farben mischen.

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    Abends ging es dann auf das Empire State Building. Die beste Zeit dafür ist aus meiner Sicht ja immer der Sonnenuntergang. Als ich das letztes mal in Dubai versucht habe, ging das grandios schief. Aber die Organisation der Amerikaner war mir noch in bester Erinnerung. Einfach ein bisschen früher erscheinen und schon geht es relativ zügig durch die Warteschlange. Leider nehmen sie einem mittlerweile die Stative (selbst die kleinen Gorillapods) ab, was die Aufnahmen im Dunkeln etwas erschwert. Kann man aber nichts machen, nur das beste versuchen ;-) Hat bei den Nachtaufnahmen dann nur so halbwegs gut geklappt, aber ein paar schöne Bilder sind dabei rumgekommen. Leider war es ordentlich diesig, da konnte man die Sonne teilweise nur erahnen.

    Nach dem Empire sind wir dann noch eine Runde über den Times Square gegangen, der sich wie immer bestens beleuchtet präsentierte :)

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    Am nächsten Morgen haben wir uns beim Frühstück spontan für eine Tour mit der Circle Line entschieden. Ideal ist aus meiner Sicht die “Full Island Cruise”. Damit kommt man einmal um Manhattan rum und sieht die Insel aus Blickwinkeln, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Man kündigte uns allerdings schon am Ticketschalter an, dass die Tour evtl. nicht um die Insel fahren könnte. Es gab eine Brücke, die sich nicht öffnen ließ und das Schiff bei Flut evtl. nicht drunterher passt. Am Ende hat es der Captain des Schiffes geschafft, aber zwischen Schiff und Brücke passten kaum 2 Handbreiten – während das Schiff unter der Brücke herschlich sah es aus, als würde die Crew es am liebsten drunterherschieben.
    Im Norden der Insel sieht Manhattan übrigens so wie jede andere Großstadt aus: hässlich. Es sind eben Wohngebiete.

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    Wenn man in New York nicht irgendwann anfängt sich irgendwelche Museen oder Ausstellungen anzusehen, dann ist man auch schnell mit allen wichtigen Punkten durch. Eigentlich wollten wir uns auch noch die UNO ansehen, aber dort hat man seit ein paar Jahren ein neues Besuchersystem eingeführt. 2007 konnte man noch einfach reinspazieren und sich für eine Führung anmelden, heute muss man Wochen vorher Karten reservieren. Das hatte ich nachtürlich vorher nicht gecheckt und so fiel der Besuch ins Wasser.

    Am nächsten Morgen präsentierte sich das Wetter leider wieder von seiner schlechten Seite. Es war ziemlich kalt und war auch irgendwie immer am nieseln. Also haben wir uns erstmal in die Grand Central Station verzogen, immer noch ein Prachtbau zwischen den ganzen Hochhäusern von New York. Das Wetter wurde aber nicht wirklich besser, als haben wir uns dann auf den Weg zur High Line gemacht. Die liegt in der Nähe des Chelsea Market, einem ziemlich großen Foodcourt. Nachdem ich allerdings in Singapur Foodcourts erleben durfte, die auf große Menschenmengen ausgelegt sind, war das hier etwas enttäuschend. Das Essen und die Auswahl war toll, aber die Anzahl an Sitzmöglichkeiten war einfach bescheiden. Man glaubt wohl, das ein Großteil der Leute ihr Essen mit ins Büro nehmen, aber das halte ich für ein Gerücht.
    Die High Line ist ein Stück der alten Hochbahntrasse, dass die Bürger von New York erhalten und zu einem Garten umgebaut haben. Eröffnet wurdet das erste Teilstück 2009, das zweite 2011 und das letzte wird aktuell noch bebaut. Die Trasse ist bei gutem Wetter wie ein langer Park, mit Liegen, Sitzmöglichkeiten und jeder Menge Grün. Wir hatten aber leider weder gutes Wetter noch war der Park grün – aber immerhin fing es etwas an zu blühen ;-)

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    Damit war unser New York Trip dann auch schon wieder vorbei. Am nächsten Mittag ging es dann schon nach Florida weiter, wo es locker 20°C mehr waren. Ich hab ja beim Buchen selbst nicht geglaubt das wir gute 3 Stunden fliegen, aber das sind mit dem Auto auch etwas mehr als 2.000 Kilometer.

    Da United unseren Flug knapp 12 Stunden nach der Buchung nach hinten verlegt hatte, kamen wir spät Nachmittags in Miami an und konnten auch erst entsprechend spät unseren Wagen in Empfang nehmen. Eigentlich wollte ich ja den Gutschein mit dem doppelten Upgrade einlösen. War auch nach ein bisschen hin und her kein Problem, aber irgendwie habe ich mich da auch ein bisschen vertran. Gebucht hatten wir was in der Klasse vom VW Tiguan, das doppelte Upgrade war dann ein Chevrolet Suburban. Am Schalter hörte sich das noch alles ganz gut an, als wir dann aber vor dem Wagen standen, war der… riesig.

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    Zum Glück war die Sixt Mitarbeiterin so flexibel wie bei meiner Stammstation in Deutschland. Nach einer halben Stunde hatten wir dann auch unseren Toyota RAV4, der für uns völlig ausgereicht hat. Im Nachhinein war das auch die beste Idee. Wir sind knapp 2.200 Kilometer gefahren, da hätte der Suburban vermutlich mindestens das doppelte der Spritmenge geschluckt – auch wenn es Urlaub ist, dann muss man das Geld ja nicht gleich zum Fenster rauswerfen (zumindest nicht für Benzin).

    Da die Hotels in Miami am Wochenende ziemlich teuer sind sind wir einfach noch eineinhalb Stunden nach Plam Beach gefahren. Hat sich am Ende auch gelohnt, das Best Western Plam Beach Lakes Inn ist eines der besseren Hotels der Kette. Das Zimmer sauber, das Bett bequem (wir stehen ja auf diese King Size Betten) und das Frühstück bot sogar ein wenig Auswahl.

    In Palm Beach habe ich mir dann auch eine T-Mobile US Karte für das Handy geholt. Ich hatte das eigentlich schon in New York vorgehabt aber wieder kurzfristig verworfen, nachdem man mir gesagt hatte, das ich die Internetverbindung vom iPad nicht sharen könnte (und eigentlich wollte ich meine Deutsche Karte im Handy lassen). Letztendlich habe ich dann doch die US Karte ins Handy gesteckt und damit unsere iPads und das iPhone der Frau versorgt. Die Kosten liegen mit 60$ für 3GB im Rahmen (nachdem ich ein bisschen mit dem Chef vom Laden geschnackt hatte, hat er mir die zusätzlichen 10$ Aktivierungsgebühr erlassen) und die haben wir auch gebraucht mit Bilder verschicken. In manchen Hotels war das WLAN Abends nicht nutzbar und die Karte damit eine super Alternative. Unterwegs gab es Stellen, an denen man gar keinen Empfang hatte oder nur lahmes EDGE, aber sonst durchweg 4G/LTE. Für einen Anbieter der in den USA den gleichen Status wie bei uns E-Plus hat, ist das okay. (Zum Vergleich: Der beste Anbieter AT&T hat für 60$ “nur” 2.5Gb im Angebot, damit kann man aber keine anderen Geräte per Mobile Hotspot versorgen)

    Der Reiseführer empfahl immer wieder einen Wechsel zwischen der Küstenstraße A1A und der Interstate 95. Wir haben uns weitesgehend auf der A1A gehalten, tagsüber war das mit dem Verkehr weitesgehend okay. Der erste Halt lag dann unterwegs irgendwo an der Küste, einfach um mal kurz das Wasser zu sehen. Ich hatte vorher immer vom blauen Wasser und den weißen Stränden gehört, habe die aber mehr in der Karibik verortet. Nunja, Florida scheint davon auch etliche Kilometer abbekomen zu haben.

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    Nächster Halt war dann das Städtchen Jupiter, oder vielmehr das Lighthouse. Rundherum gibt es aber leider nicht sonderlich viel zu sehen und der Leuchtturm kann auch nur mit einer geführten Tour bestiegen werden. Das haben wir uns dann doch gespart und einfach ein paar Meter gegenüber im Bootshafen gelaufen.

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    Kurz hinter Jupiter liegt der Jonathan Dickson State Park. Von den State Parks waren wir in Kalifornien & Co damals ziemlich begeistert, einfach weil es soviel zu sehen gab. In Florida ist das ein bisschen anders. Florida ist von der Fläche ein bisschen wie Holland: Platt. Da gibt es keine großen Hügel, die man besteigen kann und keine Formationen, auf denen sich das rumklettern lohnt. Florida ist vor alles eines: grün. Wir sind im State Park dann auf den Aussichtsturm gesteigen und da hat man ganz gut gesehen wie man sich das vorstellen muss:

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    Das muss einem eben vorher klar sein, wenn man nach Florida fährt: Viel grüne Flächen.

    Abends haben wir uns dann im Best Western Spaceshuttle Inn eingebucht, damit wir morgens auch möglichst früh und schnell in Cape Canaveral sein konnten. Der Eintritt ist mit 50$ pro Person schonmal ein ziemlicher Knaller, die anderen Freizeitparks in Orlando liegen mit 80$ da gar nicht soviel teurer. Zusätzlich hatten wir uns dann noch für die “Now And Then” Tour entschieden, von der wir uns eigentlich erhofft hatten, möglichst viel auch vom gesperrten Gebiet zu sehen (nochmal 25$ pro Person extra). Leider war die Tour die völlige Enttäuschung. Es ging zuerst in ein Raktenmuseum, in dem man die erste Launchplattform und das dazugehörige Gebäude besichtigen konnte. Der Raketenpark (u.a. mit der Minuteman Rakete) ist leider z.T. in erscheckend schlechten Zustand und müsste mal dringend renoviert werden. Weiter ging es dann zu dem Gebäude, von dem 1961 Alan Shepard als erster US Amerikaner (also nach den Russen) ins All geschossen wurde. Interessant war es schon zu sehen, wie die technischen Möglichkeiten von damals aussahen und das jede Smartphone heute mehr Rechenpower hat als die Computer von damals. Damit hörte der wirklich interessante Teil der Tour dann aber auch schon auf.
    Weiter ging es zu den alten Raketenrampen, die einfach in der Gegend stehen gelassen werden, wenn sie niemand mehr braucht. Alles verrottet also langsam vor sich hin. Ein paar hundert Meter weiter wird dann eine aktuelle Rakete für den Abschuss ins All fertig gemacht, die darf man aber vom Navy Gelände keinesfalls Photographieren! (Wenn der Bus sich aber wieder auf dem öffentlichen Gelände befindet – was dann den gleichen Abstand bedeutet) darf man wieder Photos machen… Die Spinnen ehrlich). Am Ende der Tour wird man dann an einer Halle abgesetzt, wo eine Original Saturn V Rakete hängt. Angeblich alles Original, nur nie zum Einsatz gekommen. Diese Halle kann man aber auch mit dem kostenlosen Shuttle auf dem Gelände erreichen, da hätten wir uns die Tour sparen können. Hätte ich das mal vorher gewusst…
    Sehenswert ist in jedem Fall aber die Halle mit dem Spaceshuttle Atlantis. Nachdem die Spaceshuttle Atlantis, Challenger, Columbia, Discovery und Endeavour von 1981 bis 2011 in Summe 135 Missionen hinter sich hatten, wurde das Programm eingestellt. Die Challenger wurde ja 1986 beim Start zerstört, die Columbia beim Wiedereintritt in die Atmosphäre 2003 – beide male starben sämtliche Astronauten an Board. Im Kennedy Space Center hat man der Atlantis einen Tempel gebaut und dort ausgestellt. Wenn man an dem Shuttle vorbeigeht und sich überlegt wie oft man das Teil im TV gesehen hat, da musste ich erstmal schlucken. Man hat das Shuttle auch nicht großartig gesäubert, sondern so aufgestellt, wie sie zuletzte aussah. Selbst der Dreck der Hände von Astronauten und Technikern an der Einstiegsluke ist noch zu sehen. Ein ganz schön beeindruckendes Teil Technik.

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    Nach dem Kennedy Space Center sind wir dann direkt weiter nach Orlando gefahren: Disney World! Das war schon lange mein Traum, einmal ins Original Disneyland zu fahren. Die Preise für die Hotels dort sind allerdings recht happig, aber wir hatten aus Deutschland heraus noch ein “Spring Vacation” Angebot entdeckt. Es hieß auch im Reiseführer, das man angeblich eher in die Park reinkommt, wenn man im Hotel von Disney übernachtet, aber das hat sich dann doch als Blödsinn rausgestellt, zumindest für das Magic Kingdom. Untergebracht waren wir im “Allstar Music Resort“, von der Qualität aus meiner Sicht ein besseres Best Western Hotel, nur eben mit ein paar Disney Gimmicks.
    Den Aufenthalt hatten wir ein paar Tage vor unserer Abreise in Deutschland gebucht und am Ende der Buchung stand da sowas wie “Wir schicken Ihnen Ihre Unterlagen zu.” Der Support von Disney war zum Glück auf Zack und hat dafür gesorgt, das unsere Unterlagen an der Rezeption hinterlegt sein sollten. Dem war scheinbar so, die Frau beim Einchecken hat das aber getrost ignoriert. Dafür hatten wir dann aber personalisierte “Magic Pass” Bänder bekommen, auf denen eigentlich alles gespeichert war, was notwendig war. Die Dinger dienten dann zum Zimmer öffnen, bezahlen beim Essen, FastPass Zugänge, Parkeingang, Photospeicher… Eigentlich ein cooles System, weil man damit immer den Zugangspass am Handgelenk hat.
    Im Hotelzimmer gab es dann natürlich alles irgendwie im Disney Style inkl. des Handtuchs auf dem Bett.

    Das Frühstück Morgens war okay, aber ich werde mit dem Frühstück der Amis in diesem Leben eh nicht mehr warm… Wir haben dann mal nicht den Shuttle Bus in den Park genommen, weil wir bei unserer Buchung einen Parkplatz Ausweis bekommen hatten, der für das ganze Resort galt. Mit dem Auto kann man fast bis vor das Magic Kingdom fahren, nur die letzten Meter muss man mit der Monorail oder dem Boot übersetzen. Da das letzte Feuerwerk um 22:00 Uhr sein sollte, war das Auto dann auch bessere Wahl als sich mit lauter übermüdeten Menschen in die Busse zu quetschen.

    Magic Kingdom selbst ist der absolute Disney Overkill. Der Park ist eigentlich für Kinder gemacht, aber als Erwachsener mit jahrelanger Disney Abhängigkeit kann man da auch völligst drin aufgehen. Schließlich hat es 33 Jahre gedauert bis ich endlich dort angekommen war ;-)
    Leider war der Tag im Disney Land der einzige Tag, an dem wir schlechtes Wetter hatten. Wir mussten also ein paar mal die Regenjacken auspacken und uns unterstellen. Zum Glück sind viele Attraktionen auch in Gebäuden, sodass man die Zeit auch trockenen Fußes rumbekommt. Viele Besucher schienen das aber nicht eingeplant zu haben. War dann zur Parade am Nachmittag ganz interessant: Während der Parade darf man von der Insel in der Mitte der Mainstreet die Straße nicht überqueren. Nun hat es aus allen Eimern geschüttet und die Leute dort waren klatschnass, während wir halbwegs trocken standen. Die Regenponchos, die dort völlig überteuert verkauft werden, sind schlagartig wie warme Semmeln weggegangen ;-)

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    Am Ende hatten wir so gut wie jede Attraktion durch und haben dann noch die Magic Light Parade und das Feuerwerk genossen. Nach 12 Stunden Freizeitpark ist man aber auch unendlich fertig. Ein Grund warum wir uns dann für 2 Nächte im Disney Hotel entschieden hatten und uns nicht nochmal ein neues suchen wollten. (Am Rande der Light Parade war ich noch mit einem Engländer ins Gespräch gekommen. Der besucht mit seiner Familie jedes Jahr für 2 Wochen Orlando und macht dort mit Familie sämtliche Freizeitpark durch… Ich will gar nicht wissen was das kostet)

    Am nächsten Morgen ging es dann erstmal in den Supermarkt, Frühstück besorgen. Diese ganze Waffelzeug, Pancakes und Rührei war für uns beide nichts. Die Supermarkt Delis sind auch nicht wirklich günstig, aber Bagels und Muffins kann man durchaus auch so essen. Passend war dann noch ein Starbucks mit im Laden, da war der Kaffee auch gesichert. Für die Frau gab es dann noch einen Besuch im Ross (Titel des Ladens: Dress For Less). Sie verschwand mit einem “Eigentlich brauche ich ja nichts” und kam mit Tüten voller Kleider wieder raus. Man muss dazu aber auch wissen, das man dort durchaus auch Designerware zum Schnäppchenpreis bekommen kann, da lohnt sich der Blick.
    Nach dem Shopping ging es dann weiter über Tampa nach St. Petersburg, den dortigen Pier (der seine beste Zeit auch deutlich hinter sich hat) und die Sunshine Skyway Bridge. Ein ziemlich imposantes Bauwerk, nur leider haben wir keine vernünftige Möglichkeit gefunden um davon Bilder zu machen. Entlang der Küsenstraße ging es dann weiter bis Naples, wo wir im Grand Stay Inn eingecheckt haben. Ich hatte auf Priceline.com einen ganz netten Preis für das Hotel gefunden, die Rezeptionistin wollte da aber nicht mit sich handeln lassen. Also haben wir vor dem Hotel bei Priceline gebucht und sind dann wieder rein. Ihr schien das aber nichts neues zu sein. Direkt danach sind wir ins Miromar Outlet weitergefahren, wo ich mich dann mit den übliches Marken eingedeckt habe. Die Auswahl war leider recht bescheiden und das Outlet an sich auch nicht wirklich günstig (das war 2012 in Las Vegas damals deutlich besser), aber immer noch besser als die Preise in Deutschland.

    Am nächsten Tag ging es dann nach Sanibel und Captiva Island. Wir sind dem Tip des Reiseführers gefolgt, haben das Auto möglichst schnell abgestellt und uns Räder gemietet. Der Preis für einen Tag ist völlig okay und man kann die Inseln ganz entspannt erkunden, da Parken nur sehr eingeschränkt möglich ist. Erste Haltepunkt war das “JN Darling National Wildlife Refuge“, durch den man mit dem Rad fahren konnte. Die Tour durch den Park ist etwa 4 Meilen lang und bietet immer wieder ganz nette Haltepunkte. Hier haben wir dann auch endlich unsere ersten Krokodile gesehen :-)
    Weiter ging es dann von Captiva nach Sanibel wo wir dann am Strand Pause gemacht haben. Vorbei ging es dann auch an den ganzen schönen Villen der Reichen, die ziemlich sehenswert waren.

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    Abends sind wir dann weiter nach Naples gefahren und haben im Red Roof Inn eingecheckt. Nicht ganz günstig, dafür aber neu renoviert und nett eingerichtet. Wir sind dann noch eine Runde durch Naples geschlendert, wo die ganzen Makler gerade “Open House” hatten. Man konnte bei jedem reinspazieren und sich mit Kleinigkeiten und Wein den Bauch vollschlagen. Ich hab mir das mal geschenkt. Interessant war aber auch, dass es dort Makler wie Engel&Völkers gibt. Aber nachdem wir dann gehört wieviel Deutsch dort gesprochen wurde, scheint das ein ziemlich großer Markt zu sein.

    Von Naples ging es dann weiter in in Richtung Everglades. Vorbei am Ochopee Post Office, dem kleinsten Postoffice Amerikas (vielleicht sogar der Welt) in Richtung Big Cypress National Preserve. Dort befindet sich auch die Loop Road, eine 27 Meilen Schotterpiste durch die Sümpfe. Da gab es ordentlich Krokodile zu sehen, selbst am Straßenrand. Das Auto sah auf jeden Fall hinterher entsprechend eingestaubt aus.

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    Wenn man in Richtung Everglades fährt, dann kommt man in den Einzugsbereich von Miami und den Keys. Die Hotels werden damit auch automatisch teurer. Aber wir haben nach ein bisschen Recherche eine kleine Perle gefunden: Das Floridian Hotel. Die Bewertungen bei Tripadvisor waren erst ziemlich wiedersprüchlich, aber wenn man die älteren und Nörgler Bewertungen erstmal raussortiert hatte, war das Bild ganz okay. Wir haben uns dann selbst überzeugt und waren mit der Wahl super zufrieden. Zumal es beim Frühstück auch Obst in großen Mengen gab, inkl. Erdbeeren. Vom Frühstück auf jeden Fall das beste Budget Hote der Route und auch ansonsten durchaus eine Empfehlung wert.

    Von dort aus ging es dann in die Everglades. Bis zum Parkeingang geht es schnell, bis zum Ende des Parks sind es dann gut über eine Stunde fahrt. Aussteigen und durch die Everglades laufen ist nur bedingt empfehlenswert, denn die Moskitos dort sind zahlreich und schnell. Wir haben dann eine Backcountry Tour mit dem Boot gemacht und leider nicht ganz soviel Wildlife wie erhofft zu Gesicht bekommen – aber das ist eben Natur ;-) Die Bootstour war auf jeden Fall ganz nett und lohnt sich. Aber sonst sind die Everglades (aus meiner Sicht) ziemlich unspektakulär.

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    Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Key West. Vorab hatte mir das Hotel dort einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Im April ist Hochsaison auf den Keys und das wir am Wochenende ankamen machte es nicht viel besser. Letztendlich haben wir dann aber eine tolle Unterkunft bei airbnb gefunden gehabt. Für den Preis hätten wir in den etwas besseren Hotels dort keine 2 Nächte schlafen können. Wir hatten unser eigenes Zimmer samt Bad, richtig schnelles WLAN und die Besitzerin scheint (trotz vollen Kühlschranks) selten zu Hause zu sein.

    Wir haben uns erst gar nicht mit den anderen Keys aufgehalten und sind gleich bis Key West durchgefahren. Das Preis für das Parken liegt irgendwo zwischen günstig und teuer, je nachdem wo man sein Auto gerade abstellen will. An allen anderen Ecken wird damit gedroht, das man einen Parking Permit braucht, ansonsten würde man abgeschleppt. Aber da man auch mit der Kreditkarte an jedem Automaten bezahlen kann, ist das zum Glück einfach. Wir sind dann natürlich auch zum Southermost Point und die Duval Street rauf und runter. Für Abends hatten wir uns dann eine “Snorkel and Sunset” Tour gebucht. Leider sind dann nur 2 Leute doch zu wenig für so eine Tour, aber der Veranstalter ist ja flexibel. Man bot uns an die Tour am nächsten Tag zu machen oder einfach den “Dolphin Trip” zu nehmen. Der kostet eigentlich 20$ mehr, aber wir mussten nichts extra zahlen. Hieß dann Delphine gucke, nur einen Stop zum Tauchen und den Sonnenuntergang. Da haben wir dann nicht nein gesagt und die Delphintour mitgenommen ;-)

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    Leider ist es im Wasser immer schwierig vernünftig Bilder zu machen Ich glaube für den nächsten Urlaub muss ich mir doch mal Gedanken um so eine GoPro machen…
    Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal eine geführte Jetski Tour gemacht. Da wir noch nie Jetski gefahren sind und man so mal eine komplett andere Seite von Key West sieht, war das eine ziemlich coole Sache. Das wird im nächsten Urlaub auf jeden Fall wieder gemacht.
    Den Rest des Tages haben wir uns dann ein Stück Strand gesucht. Das größte Problem ist eigentlich einen Strand zu finden, an dem man am Mittag noch einen Sonnenschirm zu den Sonnenliegen bekommt. Am Higgs Beach sind wir dann abe fündig geworden. 20$ für den ganzen Tag (2 Liegen und ein Sonnenschirm) erschien uns dann ein fairer Preis. Wenn man das ein paar mehr Tage machen will, kann man sich wahrscheinlich günstiger im Home Depot einen billigen Schirm und Liegen kaufen.

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    Irgendwann war der Tag aber leider auch rum und wir mussten wieder zurück zur Wohnung. Man kann in Key West übrigens super in den großen Supermärkten einkaufen, und nicht teuer in irgendwelchen kleinen Läden. Da ist die Infrastruktur der Amerikaner doch echt praktisch.

    Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Miami. Mit über Stunden und 250 Kilometern ist man da ordentlich unterwegs, zumal man von einem Großteil der Amerikaner als Verkehrshindernis angesehen wird, wenn man sich doch kaum über dem Speed Limit befindet. Ich hab ja irgendwann mal gelernt, dass man nicht mehr als 2 Meilen drüber fahren soll, weil der örtliche Sheriff bei einem schlechten Tag sonst die Spaßbremse ist. Die Amerikaner sehen das aber scheinbar nicht so eng, da wird munter überholt und ordentlich Gas gegeben. Sei es drum, ich hab dann lieber den Tempomaten und der GPS Geschwindigkeitsanzeige getraut und den Bremswaggon gespielt.

    In Miami wollten wir eigentlich in das Days Inn am North Beach einchecken. Blöd war nur, dass das Hotel renoviert wurde. Kein Wort davon auf der Webseite (man konnte auch buchen wenn man wollte…). Da standen wir erstmal dumm da, weil alle anderen Hotels doch recht teuer waren. Aber nach ein bisschen Interner quälen hatten wir dann ein Angebot vom Courtyard by Marriott, dass einen Preis von 100$ statt 299$ versprach. Die Buchung lief dann auch auf den Preis hinaus, aber dazu kommen dann immer noch eine “Resort Fee” (nichts anderes als eine überteuerte Kurtaxe) und Valetparking, da das Hotel keinen eigenen Parkplatz hat. Am Ende lagen wir dann bei 152$. Da für das umbuchen und Co doch Zeit draufgegangen war, sind wir dann nur noch den Stramd entlang (der an einigen Stellen voll mit Kitesurfern war) zum Ocean Drive gegangen. Läden zu Essen gibt es da wie Sand am Meer (die Preise sind aber auch gesalzen) und Cocktails in interessanten Größen (der Frozen Daiquiri kostete in der Happy Hour 8$…). Wenn man da so sitzt, kann man sich die ganzen Reichen und Möchtegern schönen angucken, wie sie mit ihren Luxusautos im Stau stehen. Im Standgas ist ein Maybach eben genau so schnell wie ein Smart. Später zog eine ziemlich dicke Wolkendecke auf, die uns dann doch zu einem Rückzug bewog, auch wenn es dann doch nicht geregnet hat.

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    Das der Strand in Miami Beach wiederholt zu einem der schönsten Strände der USA gewählt wurde, kann ich nicht so wirklich nachvollziehen. Ja, der Strand ist schön und weiß und das Meer toll blau, aber ich hab da schon Strände mit mehr Flair gesehen.

    Am nächsten Morgen sind wir dann nach Miami rein. Im Reiseführer stand, das es Downtown ein bisschen was zu gucken gäbe, was aber totaler Quatsch war. Die Innenstadt ist unansehnlich, in etwa so wie Los Angeles. Da lohnt nichtmal das Aussteigen aus dem MetroMover. Und die Calle Ocho, angeblich DIE Straße von Little Havanna war auch völligst unspektaulär. Dann doch lieber in den Nebenstraßen rumfahren, da sieht man deutlich mehr vom Baustil. Man sollte eben nicht jedem Reiseführer glauben…

    Was sich aber gelohnt hat, war ein kurzer Abstecher im Bayside Marektplace. Eigentlich nur ein paar Länden, aber ein netter Yachthafen und ein paar gute Restaurants, in denen man mit Blick auf den Hafen Essen kann. Im Hafen legen auch die Schiffe zur “Millionaire’s Row Cruise” ab, wo man den Villen der Reichen und Schönen vorbeischippert. Der Guide machte die Tour ganz witzig (sogar auf Spanisch und Englisch) und so bekommt man einen Großteil der Villen, die auf eigenen Inseln liegen, wohl gar nicht zu Gesicht.

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    Und dann war der Tag auch schon vorbei und es ging wieder zum Flughafen. Im Red Roof Inn schläft man auch nicht wirklich günstig (100$+), Miami ist halt ein teures Pflaster. Und auch wenn man vom Pool die Flugzeuge beim Starten fast anfassen kann, sind die Zimmer doch erstaunlich leise. Da hat man bei der Dämmung ganze Arbeit geleistet.

    Was von diesem Urlaub bleibt? Florida ist defintiv ein schönes Reiseziel. Aber aus meiner Sicht lohnt es weniger rumzufahren – vielleicht muss man aber auch noch weiter nördlich fahren, damit man was sieht. Daytona zum Beispiekl haben wir leider nicht mehr geschafft. Ich denke Florida kann man besser für einen schönen Strandurlaub nutzen, und dann idealerweise nur 3-4x das Quartier wechseln. Ansonsten würde ich hier ehrlich gesagt keine Rundreise mehr machen, dann doch lieber wieder in den Osten mit seinen Canyons und Bergen.
    Disneyland ist jeden Besuch Wert (und vermutlich auch all die andren Parks), das würde ich irgendwann gerne mal wieder machen.
    New York brauchen wir so schnell auch erstmal nicht mehr, da haben wir erstmal alles wichtige durch.
    Aber in diesem Urlaub gab es auch viel Entspannung, Meer, Strand und vor allem nicht so viele Kilometer wie beim letzten. :-)

    Viel mehr Bilder gibt es übrigens hier.

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    Retro Design

    April 28, 2014

    Ich bin ein bisschen verliebt.

    Eigentlich bin ich kein Fan von Retro Design. Den neuen Mini finde ich bis heute zum Beispiel immer noch einen schlecht gelungenen Kompromiss. Aber manchmal gibt es Sterne am Design Himmel, die das moderne, das alte und da szeitlose miteinander vereinen.

    So geschehen bei David Obendorfer. Eigentlich Yacht Designer, aber in meinen Augen auch ein begnadeter Autodesigner.

     

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    (c) David Obendorfer http://www.davidobendorfer.com

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    (c) David Obendorfer http://www.davidobendorfer.com

    DavidObendorfer_retro_bmw3

    (c) David Obendorfer http://www.davidobendorfer.com

    Ein fantastischer Stil und auch den Innenraum ist super gelungen – wenn auch ich das Holz durch etwas anderes oder dunkleres ersetzen würde. Aber der dusselige Ganghebel, den kein Mensch bei einer Automatik benötigt, hat er schön gelöst.

    Ich war schon ein Fan des Z8 von BMW, das hier wäre die konsequente Fortführung des Stils.

    David Obendorfer hat noch ein paar tolle Entwürfe auf seiner Homepage, da lohnt ein Blick allemal.

    Schilder und ihre Geschichte

    April 16, 2014

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    Ich frage mich ja immer ernsthaft:
    Was war zuerst? Das Schild oder der Dumme, wegen dem so ein Schild gedruckt werden musste?

    (Gefunden in einem Hotel in den USA)

    Spenden

    February 13, 2014

    Ich bin vermutlich nicht der eifrigste Spender, wenn ich mir die Statistik so ansehe. Aber ich versuche immer zu Weihnachten mein Geld nicht nur in technisches Spielzeug, sondern auch in eine Gemeinnützige Organisation zu stecken. In der Regel sind das die SOS Kinderdörfer.

    Was mich dann allerdings kolossal nervt, ist die Briefflut. Mir persönlich reicht 1x im Jahr ein Brief, der in der Weihnachtszeit kommt. Das ist dann sowas wie die Erinnerung für mich, damit ich auch daran denke den Überweisungsträger auszufüllen. Aber leider ist das dann wohl nicht genug. Denn mehrfach im Jahr kommt dann Post. Jetzt gerade das Dankesschreiben für 2013 (natürlich mit neuem Überweisungsträger).

    Wenn ich das ganze Jahr über so viel Post bekomme, dann habe ich immer das Gefühl, das meine Spende nicht dort ankommt, wo ich mir das wünsche, sondern direkt in einen Lettershop gepumpt wird. Da kann ich das Geld dann auch wieder für mein technisches Spielzeug ausgeben. Dabei gäbe es technisch doch so viele Möglichkeiten die “Werbung” nur dann zuzustellen, wenn man sie wirklich haben will…