Heute ist es soweit. Wenn diese Zeilen auf dem Blog erscheinen, dann sitze ich vermutlich schon im LKW, habe meine Möbel hinten auf der Laderampe und fahre damit nach Dortmund.
Damit schließt sich dann auch ein Kapitel meines Lebens. Die letzten (fast) 12 Jahre habe ich hier in Gütersloh gelebt. Ich bin mit der Wahlheimat lange nicht warm geworden. Das mag vielleicht daran liegen, dass der Sauerländer und der Ostwestfale sich gar nicht mal so unähnlich sind: Beide sind Dickköpfe und nicht die Kontaktfreudigsten Menschen. Aber die Schuld nur bei den Eingeborenen zu suchen wäre falsch, das lag natürlich auch mit an mir. Es dauert einfach ein bisschen, bis wir uns näher gekommen sind, dieses Gütersloh und ich. Bis heute kann ich aber auch sagen, dass ein ganz großer Teil meines Freundeskreises hier nicht-Ostwestfalen sind. Wahrscheinlich teilen wir alle unbemerkt das gleiche Schicksal und haben uns so zusammengefunden.
Es war trotzdem eine schöne Zeit hier. Gütersloh ist zwar im eigentliche Sinne eine Stadt, aber am Ende immer noch ein Dorf. Hier ist alles ein bisschen ländlicher, ruhiger und entspannter. Die Bewohner überstürzen nichts, vor allem nicht wenn der Winter kommt. Die Sommerreifen sind ja noch gut, warum sollte man für die 3 Flocken auf Winterreifen wechseln. Morgen ist der Schnee ja wieder weg. Aber zur Sicherheit fährt man dann mal nur 20 km/h statt der erlaubten 50 km/h.
Wirklich schön ist der Stadtpark. Es kann zwar schonmal vorkommen, dass man eine Horde von Britischen Soldaten, die im Sprint um den Ententeich hechten, fast überrannt wird, aber dort spazieren gehen ist einfach nur schön. Oder zum Joggen. Direkt vor der Haustür.
Ich habe in den letzten 12 Jahren hier viele Menschen kennengelernt. Ob bei der Arbeit oder privat, das war eigentlich egal. Da war viel lachen dabei, manchmal auch etwas leiden und auch ein Abschied. Aber so ist das Leben eben, es hält einen bunten Blumenstrauss von Dingen für einen bereit.
Ganz verlassen werde ich aber Gütersloh vorerst nicht. Den Job habe ich erstmal behalten, einfach weil er zuviel Spaß macht und mir eine gewissen Flexibilität bietet. Ich bin gespannt wie sich das mit dem Pendeln und dem Zug entwickeln wird. Vielleicht finde ich ja auch noch eine Fahrgemeinschaft, aber alleine mit dem Auto lohnt das nicht.
Jetzt wartet eine neue Stadt auf mich. Neue Herausforderungen, neue Menschen, eine komplett neue Umgebung. Mal sehen was so in dieser Stadt passiert. Ich bin schon gespannt.
